19 Januar 2017

Josef Tratnik zum Siebzigsten

Es ist passiert und leider nicht mehr zu ändern: Ich habe vergessen, einem Mann zum »runden« Geburtstag zu gratulieren, der sich in den vergangenen Jahren sehr um die PERRY RHODAN-Serie und ihre Außenwirkung gekümmert hat. Die Rede ist von Josef Tratnik, der mehrere Dutzend PERRY RHODAN-Hörbücher eingelesen hat und vor allem der klassischen Serie seine Stimme verlieht.

Am 18. Januar 1947 wurde der Schauspieler und Sprecher in Münster geboren; am 18. Januar 2017 konnte er also seinen siebzigsten Geburtstag feiern. Der »gelernte« Schauspieler stand jahrelang auf den verschiedensten Bühnen, arbeitete zwischenurch auch als Deutschlehrer. Bekannt wurde er in den vergangenen Jahren vor allem als Sprecher; seine Stimme ist oft bei Reportagen im Fernsehen zu vernehmen.

Seit 2002 ist er für Eins A Medien tätig, wurde im Verlauf der Jahre längst zur Stimme von PERRY RHODAN. Die anderen Sprecher haben allesamt ihre Qualitäten, Josef Tratnik prägt aber die klassische Zeit der Serie und schafft damit seit 15 Jahren die Grundlage für den großen Erfolg der PERRY RHODAN-Hörbücher.

Eine grandiose Leistung, auf die wir sehr stolz sind. Deshalb auch nachträglich: Alles Gute zum siebzigsten Geburtstag!

18 Januar 2017

Der längste Tag der Erde

Folgendes schrieb ich an Rüdiger Schäfer, nachdem ich das Manuskript seines Romans »Der längste Tag der Erde« gelesen hatte: »Es ist ein wuchtiger Abschluss der laufenden Handlungsebene, und er wird bei den Lesern eine Reihe von Emotionen auslösen.«

Von dieser Meinung rücke ich auch jetzt nicht ab, wenn der Erscheinungstermin des Romans näher rückt. Die dramatischen Ereignisse und emotionalen Belastungen, die der Autor in diesem Roman – dem Band 140 von PERRY RHODAN NEU – den Lesern zumutet, werden allerdings nicht allen gefallen können.

Der Roman führt, wie der Titel schon nahelegt, verschiedene Handlungsfäden zu Ende und bringt sie zu einem abschließenden Höhepunkt. Dabei ist das Geschehen mal actiongeladen, mal melancholisch, sind die Hauptpersonen in unterschiedliche Konflikte verstrickt – alles in allem passiert sehr viel und das auf allen möglichen Ebenen. Der Autor, der sich mit diesem Exposé selbst eine schwere Aufgabe gestellt hat, konnte sie mit Bravour lösen.

Den Abschluss der Staffel »Meister der Sonne« schafft Rüdiger Schäfer mit diesem Band auf jeden Fall. Ganz nebenbei jubelt er den Lesern noch einen Cliffhanger unter, der sie auf die nächste Handlungstaffel vorbereitet und hoffentlich ausreichend neugierig macht ...

17 Januar 2017

ESCHER auf niederländisch

Als Robert Feldhoff daran ging, die Parapositronik ESCHER so zu konzipieren, dass sie in der PERRY RHODAN-Serie besonders effektvoll eingesetzt werden konnte, hatte er große Pläne. Leider konnten von diese einige nicht verwirklicht werden – aber ESCHER spielte beispielsweise im TERRANOVA-Zyklus eine wichtige Rolle. In der niederländischen Ausgabe unserer Serie konnten die Leser unlängst die betreffenden Romane lesen.

»Eschers Lijst« von Arndt Ellmer und »Het kwam uit de Zon« von Horst Hoffmann bilden den Doppelband 2379/2380, zu dem Dirk Schulz das eindrucksvolle Titelbild lieferte. Unsere niederländischen Leser nehmen damit an der packenden Endphase des Zyklus teil – der bekanntlich überleitet auf den »Negasphäre«-Zyklus.

Für mich sind die 200 Bände, in denen der Kampf der Menschen gegen die Terminale Kolonne TRAITOR erzählt wird, nach wie vor ein Höhepunkt der Seriengeschichte. Ich hoffe, dass unsere Leser im Nachbarland das ebenso empfinden.

16 Januar 2017

Ein Handbuch und ein Rundschreiben

Mit Datum vom 26. Juni 1996 verschickte die PERRY RHODAN-Redaktion ein Rundschreiben an das damalige Autorenteam; unterschrieben wurde es von Klaus N. Frick. »Lange haben wir's versprochen, endlich schicke ich es raus«, begann das Schreiben, das auf dem offiziellen Briefpapier der Verlagsunion Pabel Moewig KG versandt wurde.

Es ging um das »PERRY RHODAN-Handbuch«, eine interne Handreichung, die Peter Terrid bereits im April 1996 abgeliefert hatte. Der »Versuch über das Alltagsleben im Jahr 1300 NGZ« war nicht als Grundsatzpapier gedacht, sondern sollte als »Diskussionsgrundlage dienen«.

Die Autoren wurden ausdrücklich dazu eingeladen, sich in das Thema einzubringen: »Wenn ihr Ergänzungsvorschläge und Verbesserungswünsche habt, schickt diese bitte an die Redaktion; am besten Textausdruck und Diskette.«

Wichtig war der Redaktion vor allem eines, das war so mit den Exposéautoren abgesprochen: »Dieses PERRY RHODAN-Handbuch ist in der vorliegenden Form streng intern und als Exposé zu behandeln!!!«

15 Januar 2017

METEORA im Blick

Am heutigen Tag beschäftige ich mich in mehrfacher Sicht mit METEORA. Wer nicht weiß, was sich dahinter verbirgt, möge sich nicht grämen: Perry Rhodan und seine Getreuen haben nicht die geringste Ahnung, welche Bedeutung dieser Begriff hat ...

Die »METEORA«-Staffel umfasst bekanntlich die Bände 141 bis 150 unserer Serie PERRY RHODAN NEO. Beide Exposéautoren arbeiten schon länger an den zehn Romanen; Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz haben die Exposés dafür schon so gut wie »geschafft«.

Gleichzeitig schreiben die Autoren; einige Manuskripte liegen mir auch bereits vor. Da können das Marketing und die Redaktion nicht zurückstehen: Eine der Aufgaben für mich ist derzeit, entsprechende Werbe- und Marketingtexte zu verfassen. Es wäre ja schade, wenn die vielen schönen Ideen nicht bei der »Außenwelt« ankämen ...

14 Januar 2017

Rückkehr nach Terra

Am Freitag erschien offiziell ein Hörbuch, auf das wir einige Zeit hingearbeitet haben: Die Box »Rückkehr nach Terra« mit vier Romanen von Andreas Eschbach präsentiert die PERRY RHODAN-Serie von einer Seite, die vielen Hörbuchfreunden sicher nicht so bekannt ist. Dabei haben zwei unserer Partner zusammengearbeitet: Die Aufnahmen stammen von Eins A Medien, die seit vielen Jahren unsere Hörbücher produzieren, während der Vertrieb von Lübbe-Audio gesteuert wird.

Selbst habe ich mir das Hörbuch noch nicht angehört – aber das werde ich noch tun. Immerhin war ich an der Produktion der einzelnen Romane ebenso beteiligt wie an der Publikation des Hörbuches. Das verbindet einen Redakteur auf jeden Fall eng mit seinem »Stoff«.

Der Roman »Der Gesang der Stille« war der erste Eschbach-Roman im Rahmen unserer Serie, ich erinnere mich noch sehr gut an die Anfänge unserer Zusammenarbeit. »Die Rückkehr« ist für mich die eindrucksvollste Schilderung einer Raumschlacht überhaupt, während »Die Falle von Dhogar« einen klassischen PERRY RHODAN-Stoff präsentiert. Mit »Der Techno-Mond« hatte der Autor zudem gezeigt, dass er auch den Anfang eines Zyklus gut zu erzählen weiß.

Ich bin sehr gespannt darauf, wie die PERRY RHODAN-Leser reagieren und was Eschbach-Fans dazu sagen, die unsere Serie bislang nicht kennen. Die Rahmenhandlung von Christian Montillon soll allen eine gewisse Orientierung bieten ...

13 Januar 2017

In der vereisten Galaxis

 Ein Logbuch der Redaktion

Im Jahr 2017 geht die laufende Handlung der PERRY RHODAN-Seite intensiv auf die ferne Galaxis Orpleyd ein. Dort spielt bekanntlich der »Sternengruft«-Zyklus, der die Bände 2875 bis 2899 umfasst. Konzipiert wurde er von Christian Montillon und Wim Vandemaan – ich möchte heute über die ersten Romane plaudern, die im Januar 2017 in den Handel kommen.

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/2890tibi.jpgMit »Die Schiffbrüchigen der Ewigkeit« liefert einer der zwei Exposéautoren einen kosmischen Blick. Der Roman mit der Bandnummer 2890, verfasst von Christian Montillon, erscheint am 6. Januar 2017. Der Exposéautor schildert eine Reise in die Vergangenheit – die Leser werden mehr über die Technolution erfahren.

Vor allem werden Zusammenhänge aufgedeckt: Perry Rhodan und seine Gefährten wissen nach diesem Band mehr über die Entstehung einer Superintelligenz und die Vorgeschichte der Galaxis Orpleyd. Darüber hinaus sollte ihnen klar sein, welche große Gefahr auf die Sterneninsel und ihre zahlreichen Bewohner zukommen. Die Bedrohung ist größer, als man sich bislang vorstellen konnte – und sie leitet sich aus grauer Vergangenheit her ...

Weiter geht es mit einem Doppelband von Michelle Stern, die mit Farye Sepheroa eine wichtige Haupthandlungsträgerin aufbieten kann. Neben Perry Rhodans Enkelin spielt aber auch der unsterbliche Terraner selbst mit, ebenso der Mausbiber Gucky. Michelles Doppelband bietet viel Action in einer Reihe von spannenden Szenen, liefert aber ebenfalls weitere Hintergründe zum komplexen System in einer fernen Sterneninsel.

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/2891tibi.jpgLos geht es am 13. Januar mit dem Band 2891 von Michelle Stern, der den Titel »Im Herzen der Macht« trägt. Ohne zu viel über den Inhalt zu verraten: Einige Menschen, darunter Farye, werden entführt. Sie lernen das Trallyomsystem kennen, das eigentliche Machtzentrum von Orpleyd. Sie erfahren mehr über die Gyanli, die Herren der Sterneninsel; dabei sind sie Gefangene, aber es geht ihnen fast zu gut.

Der Roman beginnt ruhig, er stellt eine Reihe von neuen Figuren vor und zeigt Besatzungsmitglieder der RAS TSCHUBAI, die bisher in der Handlung nicht auftauchten. Zugleich gibt er weitere Hinweise zum Geheimnis der Gyanli und der ganzen Galaxis ...

Schon der Titel des Folgeromans deutet an, dass in Orpleyd manches nicht so ist, wie die Terraner sich das vorstellen. Band 2892, der am 20. Januar in den Handel kommt, trägt nämlich den Titel »Der programmierte Planet«. Vor allem Perry Rhodan tritt hier auf – der Terraner macht seinem alten Titel als »Sofortumschalter« alle Ehre.

Auf der Welt Gyan sammeln die Terraner weitere wichtige Hinweise. Es gibt Verbindungen zum sogenannten Katoraum, unter dem sich bislang kaum jemand etwas vorstellen kann. Der Kelosker Gholdorodyn zieht allerdings bereits seine Schlüsse ...

In den drei Bänden erfahren unsere Helden – und damit die Leser – mehr über die ferne Galaxis. Ob und wie sie die ganzen Informationen zusammensetzen können, ist womöglich eine ganz andere Geschichte. An dieser Stelle hier werde ich auf jeden Fall noch nichts darüber ausplaudern.

12 Januar 2017

Neue Serien für den Club?

Eine neue Folge aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Unsere Besprechung, die Sabine Bretzinger und ich in Rheda-Wiedenbrück führten, war ins Stocken geraten. Eine Reihe von Vorschlägen war von den Kolleginnen des Bertelsmann-Clubs abgeschmettert worden, weil sie nicht ins Konzept des Clubs passten. »Lassen Sie uns über andere Projekte sprechen«, schlug Sabine vor und holte neue Arbeitsblätter aus ihrer Reisetasche. »Wir haben da etwas vorbereitet.«

Nacheinander stellten wir vier unterschiedliche Serienkonzepte vor. Das erste baute auf der Tatsache auf, dass die PERRY RHODAN-Kunden sehr treu waren und sich für die klassische Science Fiction interessierten.

»Lassen Sie uns eine Serie machen, die Science-Fiction-Romane präsentiert, die von den PERRY RHODAN-Autoren außerhalb der Serie geschrieben worden sind«, argumentierte ich. Ich nannte Autoren wie K. H. Scheer, Clark Darlton und Hans Kneifel. »Ihre Romane aus den 60er- und 70er-Jahren würden wir gern in einer schönen Edition veröffentlichen, mit einem begleitenden Vorwort und eventuellem Zusatzmaterial.«

Das Thema fanden die Kolleginnen bei Bertelsmann nicht so interessant. Das sei noch eine weitere Science-Fiction-Serie, und der Kundenkreis sei letztlich doch der gleiche.

Ebenso schnell lehnten sie ein Konzept ab, die ATLAN-Serie in einer modernen Aufmachung für den Sammler- und Abonnentenmarkt neu aufzulegen. »Wenn wir uns auf die Zeitabenteuer konzentrieren, können wir die Schnittmenge aus Science Fiction und historischem Roman ansprechen«, so unser Argument, das leider nicht ankam. Immerhin bat man uns, weiteres Ideen-Material zusammenzufassen und zu schicken.

Interessanter fanden die Kolleginnen zwei andere Serienkonzepte. Eines davon stammte gar nicht aus der PERRY RHODAN-Redaktion.

Ulrich Magin, einer der Lektoren des Moewig-Buchverlages, war erfinderisch und steckte stets voller Ideen. Wir hatten uns oft über Serienkonzepte unterhalten, und ich wusste, dass er gern mehr machen wollte.

So hatte er das Konzept für »Die Tempelritter« entwickelt und uns in der Kurzfassung mitgegeben. Da unter anderem Hans Kneifel mitarbeiten sollte, interessierte mich das Konzept persönlich sehr.

»Es ist eine historische Serie«, stellte ich vor. »Es geht um das Geheimnis der Templer, die Serie spielt im Mittelalter, und ihre Helden reisen durch Europa sowie durch den Nahen Osten.« Verschiedene Autoren sollten die Serie schreiben, das Konzept sowie die Exposés erstellte Ulrich Magin, und er würde sich auch darum kümmern, dass die Serie historisch sauber recherchiert wurde.

Ich kannte mich in den Details nicht gut aus, da der Kollege alles selbst machen wollte, aber ich beantwortete die vielen Fragen so gut und so ausführlich, wie ich es vermochte. Die Bertelsmann-Damen wollten weitere Informationen: Wie schnell konnten die Bände geliefert werden, wie hoch seien die Kosten für Bertelsmann, wie sähe es mit Titelbildern oder Landkarten aus?

Ich notierte mir die Fragen und kündigte an, mich im Verlag sofort darum zu kümmern. »Danach wird Herr Magin übernehmen«, versprach ich.

Die nächste Serie, die wir vorstellten, kam aus dem Fantasy-Genre. Wir hatten bewusst kein inhaltliches Konzept dabei, auch keinen konkreten Titel. »Immer mehr Frauen lesen Fantasy-Romane«, argumentierte ich, »es gibt aber keine Serie, die sich speziell an diese Leserinnen wendet.« Ich schlug vor, eine Fantasy-Serie für diese Zielgruppe zu konzipieren und über den Club zu vertreiben.

Wer diese als Autor oder Autorin schreiben würde, war mir zu diesem Zeitpunkt gleichgültig. Wir kannten genügend Menschen, die professionell in diesem Genre tätig waren und mit denen wir gute Erfahrungen gesammelt hatten. Das Ziel sei, so meine logische Schlussfolgerung, »nach dem Muster von PERRY RHODAN« zu arbeiten, mit Exposés und klaren Terminen, mit einem Autorenteam und einem Chefautor – oder einer Chefautorin.

Inhaltlich würde diese Serie von Sabine und mir betreut werden, wir würden sie im Verlag produzieren und idealerweise druckfertige Dateien bei Bertelsmann anliefern. »So hätten Sie ein exklusives Produkt, das die Kundinnen sonst nirgends im Buchhandel erwerben können«, brachte ich ein zusätzliches Marketing-Argument.

Das Thema schien anzukommen. Wir diskutierten über die möglichen Inhalte ebenso wie über die Zielgruppe und den Erscheinungsrhythmus. »Sie müssten dann jeden Monat ein Buch liefern«, sagte die Programmleiterin. »Schaffen Sie das?«

Ich war sicher, dass wir das hinbekommen würden. Die Fantasy-Buchreihe könnte gut nebenbei laufen, wir könnten alle Strukturen des Verlages nutzen – und wir waren trainiert darin, termingetreu zu produzieren und zu liefern.

Den Rest der Besprechung verbrachten wir mit Details aller Art. Wir sprachen über die Zukunft des Bertelsmann-Clubs und neue Projekte bei PERRY RHODAN, über neue Serien und Autoren, über Kochbücher und Ratgeber aus dem allgemeinen Moewig-Programm und vieles anderes mehr.

Als Sabine Bretzinger und ich am späten Nachmittag die Räumlichkeiten verließen, hatten wir das Gefühl, trotz aller Konflikte und Schwierigkeiten einen sehr wichtigen Besuch absolviert zu haben.

11 Januar 2017

Der Club-Gedanke als Dauerthema

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Sabine Bretzinger und ich saßen an diesem 12. Juni 2001 in einem Konferenzraum in Rheda-Wiedenbrück. Uns gegenüber hatten sich drei Vertriebskolleginnen aus dem Bertelsmann-Club niedergelassen, und wir schienen uns gegenseitig nicht zu verstehen. Dabei wollten beide Seiten dasselbe: Es ging darum, die seit einigen Jahren laufende PERRY RHODAN-Buchreihe im »Club« erfolgreich weiter zu betreiben.

Die neue Abteilungsleiterin erklärte mir den Club-Gedanken: Nur wenn jemand Mitglied im Club war, konnte er die PERRY RHODAN-Bücher abonnieren. Damit war es nicht möglich, diese Buchreihe separat zu abonnieren.

»Aber man muss doch vier Bücher im Jahr als Pflichtlieferung abnehmen«, argumentierte ich, nachdem ich alles gehört hatte. »Wenn jemand zwölf PERRY RHODAN-Bücher hat, kommt er locker über diese Zahl – also müsste es ausreichen, ein solches Abonnement abzuschließen.«

Ich verstand die andere Seite nicht. »Wenn Sie über PERRY RHODAN neue Mitglieder für den Club gewinnen, kaufen die sicher irgendwann andere Bücher aus Ihrem Katalog.« Das müsse eine Win-Win-Situation sein, zumindest in meinen Augen.

Der Club-Gedanke schließe aber aus, für solche Serien eine separate Werbung zu machen. Man könne und dürfe solche Serien nicht außerhalb des Clubs vermarkten. Die Reihung müsse streng eingehalten werden: Zuerst muss der Kunde ein Mitglied des Clubs werden, dann kann er abonnieren. Die Methode, die ich vorschlug, ginge grundsätzlich nicht.

Nachdem ich das alles erklärt bekommen hatte, waren Sabine und ich verwirrt. »Das heißt, Sie versuchen nicht, neue Kunden zu erreichen?«, fragte ich nach. »Das Ziel ist, die Stammkunden zu halten – und diesen bieten Sie eben die bisherige Reihe an?«

Ich hatte richtig verstanden: Weil der Club einige tausend PERRY RHODAN-Kunden hatte, war er mit diesen sehr zufrieden. Man wollte eigentlich keine neuen Kunden hinzuführen, die man extra betreuen müsste. Wir saßen in einer Patt-Situation fest: Alle Vorschläge, die ich mir ausgedacht hatte und die wir mitgebracht hatten, waren völlig hinfällig. Niemand wollte sie umsetzen, niemand konnte sie zielführend in die Wirklichkeit überführen. Und die Wünsche der Bertelsmann-Kolleginnen auf der anderen Seite konnten wir nicht erfüllen.

»Wir wollen auf jeden Fall die laufende Serie stoppen, noch in diesem Herbst 2001«, war das Argument der Bertelsmann-Kolleginnen. »Die Kunden sind verwirrt, sie wollen ›Die Solare Residenz‹ nicht haben.«

Wir seien in der Lage, sechs Bände des Silberband-Zyklus »Das Kosmische Schachspiel« zu liefern, schlug ich vor. Das seien sechs Bücher, die in einem Jahr abgearbeitet seien. Dann hätten wir ab Ende 2011 alle zwei Monate ein Buch.

»Und danach machen wir wieder die ›Edition Terrania‹ mit zwölf Büchern im Jahr?«, kam die Gegenfrage.

Das ginge nur mit umfangreichen Erläuterungen, versuchte ich es erneut. Ich verwies zum wiederholten Mal an diesem Tag auf die inhaltlichen Probleme. Beim »Kosmischen Schachspiel« spiele die Handlung im 36. Jahrhundert alter Zeitrechnung, und Perry Rhodan sei der Großadministrator des Solaren Imperiums. Bei der »Edition Terrania« sei die Handlung über 1500 Jahre später angesiedelt, die politischen und technischen Hintergründe der Serie seien völlig unterschiedlich.

»Wir haben den Kunden einen Wechsel zugemutet, der offenbar zu gravierend war«, schloss ich meine Argumentation. »Wenn wir jetzt hin und her wechseln, muten wir auch den geduldigsten Kunden zu viel zu. Da springen uns die Leser ab.«

Nach einigem Hin und Her wurden wir uns einig: Wir würden die »Edition Terrania« stoppen – die bisherigen Abonnenten der PERRY RHODAN-Clubausgabe sollten sie nicht mehr erhalten. Danach würden wir die sechs Bände der regulären Ausgabe bringen, um »aufzuschließen«, und in der Folge gäbe es für die Kunden nur noch vier Bücher pro Jahr.

»Wir folgen damit den Silberbänden im Abstand von einem Jahr«, vereinbarten wir.

Ich versuchte trotzdem noch einmal, eine für mich logische Argumentation anzubringen: »Versuchen Sie doch, die bisher veröffentlichten Bände der ›Edition Terrania‹ in irgendeiner Art separat zu vermarkten. Wenn alles gut geht, haben wir danach zwei PERRY RHODAN-Reihen mit unterschiedlicher Gestaltung und inhaltlicher Ausrichtung, die wir verkaufen können.«

Die Antwort klang für mich mittlerweile bekannt: Das verstoße gegen den Club-Gedanken. Zudem verwirre es alle Beteiligten bei Bertelsmann, wenn es zwei PERRY RHODAN-Reihen gäbe.

Das war der Augenblick, in dem ich nur noch seufzte. Verzweifelt sah ich Sabine an. Die grinste und meinte: »Wir sollten vielleicht über die anderen Themen reden, die wir mitgebracht haben.«

Ein Besuch in Rheda-Wiedenbrück

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Als Sabine Bretzinger – die damals noch nicht Kropp hieß – und ich am 12. Juni 2001 nach Rheda-Wiedenbrück fuhren, hatten wir uns gut vorbereitet. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete die PERRY RHODAN-Redaktion seit einigen Jahren mit dem Bertelsmann-Club weiter; jetzt ging es darum, die Arbeit weiter zu intensivieren. Wir hatten Vorschläge für Marketing-Aktionen im Gepäck und wollten über neue Buchreihen sprechen.

Wir reisten mit der Bahn an. Das hieß, dass wir von Karlsruhe bis Dortmund fuhren, dort in die Bahn nach Gütersloh umstiegen und zuletzt noch mit einem Bummelzug nach Rheda-Wiedenbrück zuckelten. Weil wir Hunger hatten, stärkten wir uns in einem eher schlicht wirkenden Imbiss in der Nähe des Bahnhofs, in dem wir dank unserer »Business-Klamotten« – ich trug Anzug mit Krawatte, und auch die Kollegin sah sehr seriös aus – ein wenig aus dem optischen Rahmen fielen.

Dann rollten wir mit dem Taxi durch die Kleinstadt, erreichten den Sitz des Bertelsmann-Bereiches, den wir besuchen wollten, und wurden dort sehr schnell in einen Besprechungsraum geleitet. Uns saßen drei Vertriebsdamen gegenüber, die innerhalb des »Clubs« für den Vertrieb von Buchreihen an Abonnenten zuständig waren.

Zu dieser Zeit lief die PERRY RHODAN-Buchreihe seit Jahren erfolgreich. Das bestätigten uns die Kolleginnen auf der anderen Seite des Tisches mehrfach. »Die Edition hat schon über achtzig Bände erreicht, das ist Rekord«, wurde uns klar gesagt. So eine lange Serie hätte man noch nie betreut. Zudem sei die Kundentreue beeindruckend: »Wer die PERRY RHODAN-Blaubände abonniert hat, der bleibt viele Jahre lang ein treuer Abonnent.«

Zuletzt habe man aber Rückmeldungen von irritierten Lesern erhalten, zum ersten Mal habe es Kritik gegeben. Die sogenannte Edition Terrania komme offenbar nicht bei allen Lesern gut an, wir müssten das System ändern.

»Das haben wir aber gemeinsam besprochen«, erinnerte ich vorsichtig, »und ich habe gleich gesagt, dass es Kritik geben wird.« Über Jahre hinweg waren im Bertelsmann-Club immer zwölf Bücher pro Jahr erschienen, also in jedem Monat ein PERRY RHODAN-Buch. Da wir in einem Jahr aber nur vier neue Bücher publizierten, war es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis uns die Bertelsmann-Kollegen einholten.

Mein Vorschlag war vor über einem Jahr gewesen: »Wir steigen um auf vier Bücher im Jahr.« Die Blauband-Leser würden unserer Silberband-Edition folgen, aber immer mit dem Abstand von einem Jahr. Für mich klang das logisch.

Die Kolleginnen bei Bertelsmann empfanden das aber nicht als sinnvoll. »Wir brauchen mehr Bücher«, war ihr Argument gewesen. »Die Kunden wollen ein Buch pro Monat, das sollten wir ihnen auch geben.« Also hatte ich den Vorschlag unterbreitet, kurzfristig die »Plophos Edition« einzuschieben: Die vier Titel passten inhaltlich zwischen den Blues- und den Meister-der-Insel-Zyklus; wir hatten sie recht schnell produziert. Das war für die Vertriebsleute im Club nicht einfach zu verstehen gewesen, wohl aber für die Leser.

Als die Kolleginnen und Kollegen aber weiterhin auf zwölf Bücher im Jahr beharrten, hatte ich einen anderen Vorschlag entwickelt: Wir präsentierten die Edition Terrania, sprangen in die moderne Zeit nach Band 2000 und konnten so wieder zwölf Bücher im Jahr veröffentlichen. Ich hatte einen Brief formuliert, den die Abonnenten erhalten sollten – dieser war aber nie ausgeliefert worden. Wir hatten Marketing-Argumente formuliert, die man nie kommunizieren wollte.

Und nun gab es offenbar Leser, die mit der »modernen« PERRY RHODAN-Serie nicht klar kamen. Mir leuchtete das ein: »Wir haben die Leser vor den Kopf gestoßen, zumindest einige.« Aber da die Vertriebskollegen auf der anderen Seite des Tisches nicht wussten, was sie verkauften, konnten sie das nicht an die Kunden weiterleiten.

»Die Leser haben nicht verstanden, warum sie die neue Edition erhalten haben«, argumentierte ich. »Wir müssen kommunizieren, wir müssen einen Brief beilegen, in dem wir die Hintergründe darlegen.«

Das fanden die Kolleginnen nicht gut. Solche Briefe sähe man nicht gern. Man habe die Erfahrung gemacht, dass Kunden durch solche Briefe eher verunsichert würden. Wenn Kunden solch einen Brief bekämen, würden sie oft beschließen, die Buchreihe zu kündigen.

»Und was machen wir jetzt?«, fragten Sabine Bretzinger und ich.

»Wir veröffentlichen wieder zwölf Bücher von der alten Serie«, kam die Antwort der Vertriebskollegen.

»Das geht aber nicht.« Zum wiederholten Mal erklärte ich, dass wir vier Bücher im Jahr machten, aber Bertelsmann zwölf Bücher im Jahr haben wollte.

Mein spontaner Vorschlag klang für mich eindeutig: »Wir machen vier von den klassischen Büchern, und wir setzen die Edition Terrania fort. Die können wir dann separat bewerben, und so gibt es neue Kunden für den Club und unsere PERRY RHODAN-Edition ...«

Alle sahen mich verwirrt an. Ich versuchte, das Konzept mündlich zu erläutern, was Sabine und ich uns ausgedacht hatten: »Wir machen zwei Serien: die klassische PERRY RHODAN-Serie und die Edition Terrania. Für die Edition Terrania werben wir neue Leser. Das ist doch eine Win-Win-Situation. Wir sprechen die klassischen Leser weiterhin an, und wir bekommen neue Leser, die den aktuellen PERRY RHODAN bevorzugen.«

Die verwirrten Blicke wurden nicht weniger.

Rückblick aufs Jahr 2015

Ein Logbuch der Redaktion – in diesem Fall zur Dokumentation

Vorbemerkung: Es mag ein wenig seltsam vorkommen, dass erst im Dezember 2016 der Rückblick auf das Jahr 2015 kommt. Aber dieser Rückblick war für das »PERRY RHODAN-Jahrbuch 2015« geschrieben worden, dessen Erscheinen sich stark verzögert hatte. Das Logbuch sollte erst nach dem Abdruck auf unserer Internet-Seite veröffentlicht werden ... Aber vielleicht ist es sogar spannend, mit dem Abstand von fast genau einem Jahr auf ein vergangenes Jahr zurückzublicken?

Betrachte ich das vergangene Jahr ganz neutral, war es geradezu typisch für die Arbeit der PERRY RHODAN-Redaktion. Es gab eine Reihe von Höhepunkten, leider aber auch ein sehr trauriges Ereignis, das Autoren und Redaktion geradezu schockte. Doch der Reihe nach ...

Ein früher Höhepunkt des Jahres 2015 war ganz eindeutig das Erscheinen von Band 2800 im Frühjahr des Jahres. »Zeitriss« bildete den Einstieg in den neuen Handlungszyklus »Die Jenzeitigen Lande«, und ich fand es spannend, mit den Exposéautoren Wim Vandemaan und Christian Montillon in den zweiten gemeinsamen Zyklus zu starten.

Als noch spannender erwies sich die Tatsache, dass Michelle Stern diesen Jubiläumsband schrieb: die jüngste Autorin im Team und vor allem die einzige PERRY RHODAN-Autorin, die einen Jubiläumsband verfasste. In meinen Augen glückte das sehr gut – ihr Einstiegsband in den neuen Zyklus empfand ich als sehr gelungen.

Im Sommer folgte die zweite Neuerung bei unseren Serien: Frank Borsch zog sich bei PERRY RHODAN NEO aus der Exposéarbeit zurück, um sich stärker eigenen Projekten zu widmen. An seiner Stelle übernahmen zwei Autoren diese Arbeit – Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz legten mit der Handlungsstaffel »Die Methans« gleich ab Nummer 101 einen ganz anderen Schwerpunkt.

Außerhalb unserer eigenen Redaktion – aber mit unserer Mithilfe – entstanden im Verlauf des Jahres zwei schöne Ergänzungen zur Serie: die Hörspiele und die Comics. Beides Mal bedurfte es einiger Arbeit, um die Themen richtig anzuschieben. Das gehört dazu, das ist normal.

Dabei entwickelten sich die neuen PERRY RHODAN-Comics für mich recht schnell zu einer echten Freude. Die Texte und die Bilder erwiesen sich als zeitgemäß, der Verlag Cross Cult arbeitete mit uns sehr gut zusammen, was Marketing und Vertrieb anging – alles verlief so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es ist erfreulich, dass wir diese Zusammenarbeit fortsetzen können.

tl_files/comic/images/audio/audio_plejaden/Plejaden1-10.jpgNicht ganz so gut liefen die Hörspiele, wenngleich ich sie inhaltlich sehr mochte und sie durchgehend gute Kritiken erhielten. Wir müssen schauen, wie wir nach den »Plejaden« weitermachen; die bisherige Resonanz überzeugte uns nicht. Aber gut: Es kann nie alles klappen.

Schauen wir auf die Arbeiten außerhalb der Redaktion, vor allem auf das Marketing. Was im Jahr 2015 auffiel, war vor allem die Tatsache, dass unsere Geschäftsführung mehr in Werbung investierte als in all den Jahren zuvor. So gab es beispielsweise zum Jubiläumsband 2800 eine schöne Aktion. In Bahnhöfen wurden sogenannte Info-Screens von uns mit kurzen Spots bestückt, so dass auf ihnen am Erstverkaufstag des Romans entsprechende Werbung zu sehen war. Persönlich mochte ich die sogenannten Ground Poster, die in denselben Bahnhöfen »verklebt« wurden – leider kann man den Erfolg einer solchen Werbung kaum messen.

Zum Jahresende trumpften wir mit Kinowerbung auf, die zwar nur in ausgewählten Kinos lief, aber dazu führte, dass wir mehr Aufmerksamkeit auf PERRY RHODAN NEO lenken konnten. Parallel dazu zeigten wir den Kino-Werbespot auch auf den Sozialen Netzwerken. Auffallend dabei: Letztlich holten wir mit einer stark zugespitzten Facebook-Werbung genausoviel »Kontakte«, und das zu einem Bruchteil des Kino-Budgets.

Das ist nämlich eine wichtige Erkenntnis, die wir im Verlauf des Jahres 2015 gewannen: Wir sind im »Social Media«-Bereich mittlerweile recht gut aufgestellt, und das ist ein Erfolg von Katrin Weil, die uns in diesem Bereich absolut verstärkt. Sie hat auch das E-Book-Geschäft stärker zugespitzt, was sich in steigenden Verkaufszahlen und vielen Aktionen geäußert hat. Im Gegensatz zu manchem »großen« Verlag sind wir im Digitalbereich sehr gut platziert.

Eigentlich gab es zum Jahr 2015 sehr viele positive Dinge. Eigentlich könnte ich darüber jubeln, welches tolle Jahr hinter uns liegt. Aber leider gab es auch die traurige Nachricht des Jahres: Als ich vernahm, dass Rainer Castor gestorben war, glaubte ich es zuerst nicht. Aber es war wahr, und es blieb eine traurige Tatsache.

Die Lücke, die der Autor gelassen hat, wird sich nicht schließen lassen. Sowohl menschlich als auch fachlich war Rainer eine wesentliche Stütze des PERRY RHODAN-Teams – sein Fehlen wird mir immer wieder aufs Neue bewusst.

10 Januar 2017

Erstes Exposétreffen im Jahr 2017

Nachdem es in den vergangenen Wochen und Monaten bei allen terminlich ein wenig eng war, trafen sich Wim Vandemaan, Christian Montillon und ich am Montag, 9. Januar 2017, in Köln zur ersten Exposébesprechung des Jahres. Christian und ich reisten mit der Bahn an, Wim rollte mit dem Auto quer durch Nordrhein-Westfalen. In der Nähe des Bahnhofs tranken wir viel Kaffee und Fruchtsäfte, aßen allerlei Dinge und diskutierten die aktuelle Situation unserer Serie.

Der »Sternengruft«-Zyklus läuft schon seit 15 Wochen, der kurze Zyklus biegt in seine Schlussphase ein. Wir schauten uns an, welche Romane welche Qualität erreicht hatten und wie sie von den Lesern gemocht – oder weniger gemocht – worden waren. Unser persönlicher Geschmack muss schließlich nicht immer mit den Aussagen der Leser übereinstimmen ...

Wichtig war aber der »Genesis«-Zyklus, für den das erste Dutzend Exposés bereits steht und das zweite Dutzend Exposés in Arbeit ist. Wir justierten die Struktur des Gesamtzyklus weiter, sprachen über wichtige Figuren wie Atlan oder Reginald Bull und legten zudem einige Eckpunkte zu künftigen Romanen und deren Autoren fest.

Wie so oft: Ein solches Treffen hat auch seine »Feelgood«-Momente; es ist schon aus atmosphärischen Gründen gut, dass sich Redaktion und Autoren immer wieder treffen und aussprechen. Aber schön ist vor allem, wenn »unterm Strich« einige wegweisende Ergebnisse zu verzeichnen sind ...

09 Januar 2017

Ernst Vlcek und seine Klassiker

Am heutigen 9. Januar würden wir eigentlich seinen Geburtstag feiern – leider ist Ernst Vlcek schon 2008 verstorben. Aber ich nutze die Gelegenheit, auf ein Buch hinzuweisen, das wir zum Jahresbeginn 2017 veröffentlicht haben. Ich meine den Doppelband 69/70 der PERRY RHODAN-Planetenromane, der die Romane »Der Untergang des Solaren Imperiums« und »Drei Stufen zur Ewigkeit« enthält.
 
Ich las beide Taschenbücher »im Original« in einer frühen Phase meiner PERRY RHODAN-Leserkarriere und erinnere mich gern an sie zurück. Sie zeigen beides Mal, welche phantastischen Ideen der Autor immer wieder »ausbrütete« und wie viel Freude es ihm machte, seltsame Außerirdische mit unbekannten Fähigkeiten zu präsentieren.
 
Wissenschaftlich exakt waren die Romane nie, die Ernst Vlcek verfasste. Er sah sich selbst als »Phantasten« und sprach davon, »moderne Märchen« erzählen zu wollen. Das schaffte er über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg, eine Leistung, die man nicht genug loben kann ...

05 Januar 2017

Im Herzen der Macht

Michelle Stern hat ein »glückliches Händchen« für glaubhafte Hauptfiguren; das merkt man ihren Romanen immer wieder an. Mir hat ihr Roman »Im Herzen der Macht« schon in Form des Manuskriptes sehr gut gefallen.

Schaue ich mir jetzt den gedruckten Roman durch, den ich heute als Beleg auf den Schreibtisch bekam, kann ich davon ausgehen, dass die meisten Leser den Band mit der Nummer 2891 ebenfalls mögen werden. Auch wenn die Geschmäcker selbstverständlich immer sehr verschieden sind ...

Eine wichtige Hauptfigur ist Farye Sepheroa, und den Handlungsschauplatz präsentiert vorzüglich das Titelbild. In seiner Illustration hat Arndt Drechsler die futuristische Architektur der Welt so »zu Papier« gebracht, dass sie sowohl phantastisch als auch glaubhaft wirkt.

Ich mag solche Bilder, weil sie auch mal »anders« sind. Und ich mag Romane wie denjenigen, über den ich hier plaudere, die inhaltlich mal andere Figuren in den Vordergrund rücken ...

04 Januar 2017

Ein Extra zu Band 890

»Es treten zunehmend Widersprüche zwischen Handlungsexposé, Datenexposé und Komputern auf« – das schrieb William Voltz im März 1978 an die Autoren des PERRY RHODAN-Teams. Verschickt wurde der Einseiter unter der Überschrift PERRY RHODAN EXTRA am 17. März; der Exposéautor hatte einiges zu schimpfen.

Für den Ablauf des Geschehens seien »einzig und allein« das eigentliche Handlungsexposé maßgebend. »Regieanweisungen, Spekulationen und Überlegungen aus den beiden anderen Exposéteilen, die in Widerspruch zum Handlungsexposé stehen, sind nicht zu beachten.« Damals wurden die von Kurt Mahr verfassten PERRY RHODAN-Computer mitsamt den Exposés verschickt; das zur Erklärung des Hintergrundes.

Nach dem weiteren Donnerwetter des Rundschreibens legte der Exposéautor eine Reihe von Daten fest. Unter anderem wurde klargemacht, dass Atlantis »fast genau um das Jahr 8000 v. Chr.« unterging und Demeter 5000 Jahre lang »die Geschicke der kretischen Kultur« bestimmt hat. Die Autoren sollten allerdings nur die ungefähren Zahlen benutzen.