22 August 2017

Einsteins Tränen

Als der Roman »Einsteins Tränen« im Dezember 1983 erschien, wusste ich nicht, dass es der letzte Roman des Autors William Voltz sein würde. Ich las den PERRY RHODAN-Roman, wie ich zu jener Zeit alle Romane der Serie durchschmökerte: mit großem Interesse und wachsender Spannung, weil ich viele der Ideen des laufenden Zyklus sehr schätzte. Und die Voltz-Romane hatte ich sowieso immer gern gelesen.

Gestern kam der Silberband mit dem gleichnamigen Titel aus der Druckerei. Offiziell erscheint er im September, aber die Redaktion erhält stets Vorabexemplare.

Wenn ich es in die Hand nehme, erinnere ich mich gut an meine damalige Lektüre zurück, an meine Faszination für die Welt von PERRY RHODAN, die von den Autoren vermittelt wurde. Ich könnte mir vorstellen, dass die Romane, die im Grauen Korridor spielen, diese Faszination auch heute noch ausstrahlen.

Mit dem Silberband liegt ein Denkmal besonderer Art vor: William Voltz war der erste Bearbeiter der PERRY RHODAN-Buchausgabe, und ihm ist ihr Erfolg sicher mitzuverdanken. Dass jetzt ein Buch mit seinem letzten Roman erscheint, schließt in gewisser Weise einen Kreis. Das hat dann sogar etwas Tröstendes, finde ich.

21 August 2017

Atlans Rückkehr

Ich gestehe, dass ich mich ein wenig durch das Hörbuch von »Atlans Rückkehr« gequält habe. Ob das an der Stimme von Martin Bross lag, an die ich mich erst gewöhnen musste – ich bin nun mal ein Fan von Josef Tratnik, der für mich die PERRY RHODAN-Serie am besten ins Akustische überträgt –, oder eben daran, dass ein Teil dieses Hörbuches aus sogenannten Betschiden-Abenteuern besteht, weiß ich nicht. Eigentlich ist die Geschichte ja gut, aber ich hatte in den frühen 80er-Jahren schon meine Probleme mit den Original-Romanen.

Zur Handlung: Im Herzogtum von Krandhor spitzt sich die Lage zu; Revolutionen brodeln, und Atlan als Orakel wacht endlich auf. Die SOL soll zu ihrem letzten Flug antreten, alles verändert sich, und niemand ist so richtig klar, welche Pläne die Kosmokraten eigentlich haben. Immerhin liegt das Herzogtum im nicht genau definierten Limbus zwischen den Mächtigkeitsballungen von ES und Seth-Apophis.

Es taucht eine Vielzahl von Charakteren auf, die legendäre Gesil kommt in die Handlung, die Kranen und die Welt Chircool erhalten ihr letztes Gastspiel, und am Ende muss sich die SOL von einer Handvoll Urwaldbewohner retten lassen, die auf wundersame Weise mit Robotern, Antigravschächten und dergleichen umgehen können. Es passiert einiges, und ich habe mich auch gut unterhalten – aber ein Freund der Betschiden-Abenteuer wurde ich 2017 nicht mehr ...

18 August 2017

Besuch von der FanZentrale

Weil sie sowieso in der Gegend war, schlug Christina Hacker vor, uns in der Redaktion zu besuchen. Am Freitag, 18. August 2017, war es soweit: Wir trafen uns im Büro von Klaus Bollhöfener, gingen gemeinsam in die Kantine und saßen hinterher bei mir am Besprechungstisch noch einige Zeit zusammen.

Christina Hacker ist für die »SOL« verantwortlich, die Mitgliederzeitschrift der PERRY RHODAN-FanZentrale (PRFZ). Sie stellt auch den »PRFZ-Newsletter« zusammen, der alle zwei Monate verschickt wird. Darüber hinaus hat sie bereits zwei Romane in der Fan-Edition veröffentlicht.

Bei ihrem Besuch ging es vor allem um die engere Zusammenarbeit zwischen der FanZentrale und der PERRY RHODAN-Redaktion. Sie hatte einige Ideen, die wir flott diskutierten – schauen wir mal, wie wir welche Fan-Wünsche erfüllen können ...

17 August 2017

Gratulation an Eins A Medien

Heute können wir und unsere Partner von Eins A Medien ein kleines Jubiläum feiern: Seit genau zehn Jahren gibt es die PERRY RHODAN-Serie als wöchentliches Hörbuch. Jeden Donnerstag kommt immer der neue Roman als Hörbuch heraus – das sind schon unglaublichee 522 Wochen.

Ich bin selbst baff, wenn ich mir die Zahlen vor Augen führe. Das ist eine verdammt lange Zeit, und es ist auch eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit.

Was haben wir in dieser Zeit alles gemeinsam durchlebt: den Kampf gegen die Terminale Kolonne, das Neuroversum und das Atopische Tribunal – eine Unmenge an phantastischen und spannenden Science-Fiction-Romanen, geschrieben von unterschiedlichsten Autoren und gelesen von verschiedenen Sprechern.

Als wir am Freitagmorgen, 10. August 2007, unsere Pressekonferenz in Köln veranstalteten, hatten wohl weder Hans Greis (links im Bild) von Eins A Medien noch ich konkrete Erwartungen, wie lange wir zusammenarbeiten würden. Immerhin gingen wir ein Risiko ein: Würde sich genügend Kunden für eine solche Hörbuchserie finden, die es in dieser Form bisher nirgends gab?

Ich bin sehr stolz darauf, dass Eins A Medien unsere Romane auf einem so hohen Niveau vertont. Das machen die Kollegen in Köln richtig gut. Darauf müssen wir bei nächster Gelegenheit anstoßen: ob mit Kölsch aus Köln oder einem Riesling aus Baden, das überlegen wir uns dann noch ...

16 August 2017

Die Nacht der 1000

»Und er schaltete um.« In dem PERRY RHODAN-Roman, der diese Woche erscheint, erweist sich die Titelfigur unserer Science-Fiction-Serie erneut als der »Sofortumschalter«, als den man ihn kennen sollte.

In Szene gesetzt wird er von Uwe Anton, der bei »Die Nacht der 1000« immer wieder aus seiner umfangreichen Kenntnis der PERRY RHODAN-Serie schöpfen konnte. Bei diesem Autor bemerkt man als Leser stets, wie gut er sich auskennt und dass er auch große Erfahrung mit dem Verfassen von Exposés hat.

Der Roman hat es ohnehin in sich, finde ich: Es gibt eine Konfettiparade – na ja, vielleicht kein Konfetti –, und es gibt eine Auseinandersetzung gesellschaftspolitischer Art; es geht ein wenig um die Medien in einer fernen Galaxis und um die Darstellung galaktohistorischer Geschichte. Darüber hinaus legt der Autor falsche Spuren und ... mehr sollte ich an dieser Stelle nicht erzählen.

Mir hat die Lektüre des Manuskripts viel Spaß bereitet. Ich bin sicher: Vor allem solche Leser, die PERRY RHODAN seit langem kennen, erhalten einen Blick auf »ihr« Terra aus einer anderen Warte.

15 August 2017

Der fünfte FreuCon im Blick

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Im Frühjahr 1985 hatte ich das Gefühl, im Fandom – also in der Science-Fiction-Szene – einen richtig guten Ruf zu haben. Zwar war ich im wirklichen Leben ein ganz gewöhnlicher Wehrpflichtiger, der als »Schütze« in einer Bundeswehrkaserne seinen Dienst verrichtete, in der Fan-Szene fand ich mich aber ziemlich wichtig. Meine Kurzgeschichten und Artikel wurden regelmäßig in Fan-Zeitschriften veröffentlicht, mein eigenes Fanzine »Sagittarius« genoss einen guten Ruf.

Zudem hatte ich bereits viermal einen Con veranstaltet, also eine Veranstaltung für Science-Fiction-Fans. Der Begriff »Con« leitete sich von »Convention« ab; übersetzte man das auf deutsch, meinte man also einen »Kongress«. Das war natürlich eine hochtrabende Bezeichnung für die üblichen Cons, an denen einige Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene ein Wochenende lang in einem Jugendzentrum herumsaßen und über Science Fiction und artverwandte Themen sprachen.

Für den 14. April 1985 hatte ich wieder einen Con angesetzt, erneut im Jugendzentrum »Murgtäler Hof« in Freudenstadt. (Das Bild zeigt das JuZ in den 80er-Jahren.) Ich orientierte mich an den Namen bekannterer Fan-Veranstaltungen, die in Berlin eben »BärCon« oder in Stuttgart dann »StuCon« genannt wurden; in den USA hießen sie in Philadelphia logischerweise »PhilCon« und in Chicago »ChiCon«. Aus Freudenstadt wurde also »Freu«« – daraus entstand der Name »FreuCon«.

In dem Jugendzentrum ging ich seit den späten 70er-Jahren ein und aus, und seit 1981 organisierte ich dort einmal im Jahr die Science-Fiction-Treffen. Mir war bewusst, dass ich es nicht schaffen würde, einen »vernünftigen« Con auf die Beine zu stellen, ein Con mit Programm und Ehrengästen und einem geregelten Ablauf.

Zudem waren die Räumlichkeiten im Jugendzentrum begrenzt: Mehr als sechzig Besucher würden den Ablauf zu sehr durcheinander bringen – mir stand letztlich nur ein einziger Raum zur Verfügung, der zudem durch geplante Baustellen in den Nebenräumen eingeschränkt sein würde.

tl_files/comic/images/news/erinnerungen/JuZ_FDS.jpgMir war zu diesem Zeitpunkt einigermaßen klar, warum der FreuCon bei einer gewissen Klientel beliebt war: Es handelte sich um einen fannischen Con, wie man das damals nannte, einen Con also, bei dem die Kommunikation der Fans untereinander wichtig war. Nur deshalb reisten Besucher aus der halben Bundesrepublik in die Kleinstadt im Schwarzwald; ein mögliches Programm interessierte die wenigsten.

Also verfasste ich in diesem Frühjahr 1985 ein sogenanntes Egozine, eine Fan-Zeitschrift also, die ein Mensch allein machte, um seinem Ego zu genügen. Ich nannte es – nach der Eichelberg-Kaserne, in der ich meine Tage fristete – »Der Ge-Eichelte Bote«, was ich sehr witzig fand, und schrieb darin unter anderem über den geplanten Con.

»FreuCons sind eigentlich immer für die Leute interessant, die selbst kreativ sind, einen Hang zum Chaos verspüren und auch so gut drauf sind«, verkündete ich selbstbewusst. Ich hätte auch formulieren können, dass ich nur Leute wünschte, die in der Lage waren, sich mit sich selbst und anderen zu beschäftigen, und die kein Programm benötigten.

Ähnlich selbstbewusst formulierte ich weiter: »Vollidioten und Berts haben sich auf FreuCons im Regelfall nie wohlgefühlt, auch wenn sie zeitweise in großer Anzahl vorhanden waren.« Im Nachhinein betrachtet: So richtig klug war es sicher nicht, einen Teil der bisherigen Besucher auf diese Weise zu beschimpfen ...

»Allerdings gab's auch durchaus fähige Leute, die zu den FreuCons kamen und enttäuscht wieder von dannen zogen, weil sie sich einfach zu viel von der ganzen Veranstaltung versprochen haben«, ruderte ich gleich im nächsten Satz zurück. Ich wollte tatsächlich das potenzielle Publikum warnen: »Wer gern wissenschaftliche Vorträge hört oder sich mit Schriftstellern unterhält, ist natürlich auf einem FreuCon fehl am Platz.«

Weil ich nicht zu viele Besucher und weil ich nur bestimmte Leute ansprechen wollte, gab ich bekannt, dass man zum Con eingeladen werden musste. Ich verwies auf ein »Anforderungsformular« für eine Einladung, das man bei mir erhalten könne, wenn man nicht sowieso schon eine Einladung erhalten habe. Dass ich das Formular irgendwie ausarbeiten musste, war mir zu dem Zeitpunkt nicht klar, als ich »Der Ge-Eichelte Bote« schrieb und in der Kaserne vervielfältigte.

Immerhin machte ich mir schon Gedanken über den Ablauf der Veranstaltung. Weil ich dachte, für einen normalen Science-Fiction-Con weder die Zeit noch die Nerven zu haben, plante ich Programmpunkte, die sehr unüblich waren. Unter anderem wollte ich eine Führung durch den Wald anbieten, um den Besuchern zu zeigen – man schrieb 1985! –, »wie schlimm und ausgedehnt das Waldsterben wirklich ist!« Immerhin sei das Waldsterben »schon keine SF mehr«.

Darüber hinaus hatte ich vor, mit den Con-Besuchern einen Maler zu besuchen, der in Freudenstadt wohnte und arbeitete und dessen Bilder mit phantastischen Motiven spielten. Als weitere Programmpunkte betrachtete ich einen »Kurz-Spontan-Dungeon«, der »in der Nacht gegen zwei Uhr« beginnen solle – gemeint war offenbar ein Rollenspiel –, sowie einen »Freak-Special-Program-Punkt, kurz FSPP«, was immer ich auch damit meinte.

Um es vorwegzunehmen: Von all diesen geplanten Dingen wurde nichts umgesetzt. Ich hatte kein glückliches Händchen, was die Organisation von Veranstaltungen anging, vor allem, weil ich immer dachte, alles allein machen zu müssen. Aber immerhin bekam ich es in der Kaserne hin, etwas vorzubereiten und damit etwas zu tun, das über das dröge Einerlei des Feierabend-Saufens hinausging ...

14 August 2017

Romanlängen und Leserseiten

Das Thema scheint die Leser zu packen: Warum sind bei den PERRY RHODAN-Romanen mit den Bandnummern 2917, 2919 und 2921 jeweils die Leserkontaktseiten entfallen? Ich hatte mehrfach dazu geschrieben, das habe an den Umfängen gelegen: Wenn ein Roman einen zu großen Umfang habe, sei ich eher bereit, bei der Leserseite zu kürzen als beim Inhalt. Allerdings wurde mir das nicht immer geglaubt ... deshalb hier und heute einmal wieder der Versuch einer Aufklärung.

Des Rätsels Lösung ist eigentlich ganz einfach, man muss es aber wissen: Bände mit geraden Bandnummern haben jeweils eine zwölf Seiten umfassende Beilage, den PR-Report, das PR-Journal oder die STELLARIS-Geschichte.

Um diese zwölf Seiten veröffentlichen zu können, drucken wir einen sogenannten Bogen mehr – dieser umfasst 16 Seiten. Das heißt: Ein Band mit gerader Bandnummer hat damit vier Seiten mehr Raum für einen Roman.

Bände mit ungeraden Bandnummer wiederum umfassen nur 64 Seiten – davon werden aber im Regelfall drei bis vier Seiten für die Risszeichnung oder die Clubnachrichten verwendet. Das heißt: Ein Band mit ungerader Bandnummer hat drei bis vier Seiten weniger Umfang, den man für den Roman verwenden kann.

Noch mal anders gesagt: Bände mit ungerader Nummer sind sieben bis acht Seiten »kürzer« als Bände mit gerader Bandnummer. Band 2917 hatte mehr als zehn Prozent mehr Text-Umfang als Band 2918; dummerweise standen uns aber sieben Seiten weniger zur Verfügung.

Da kann man zwar »eng setzen«, aber das geht nicht unbeschränkt. Aus diesem Grund musste ich kürzen – und ich entschied mich fürs Kürzen der Leserseite.

Noch einmal weise ich darauf hin: Wir wollen die Leserkontaktseite auf gar keinen Fall einstellen. Niemand in der Redaktion hat das vor, kein Autor möchte das – das wäre ein großer Fehler. Dass wir uns Gedanken darüber machen, wie die Leserseite in naher Zukunft aussehen könnte, steht auf einem anderen Blatt.

12 August 2017

Werbung für SEELENQUELL

Die Superintelligenz SEELENQUELL entsprang einer Diskussion, die Robert Feldhoff und ich zu sehr später Stunde führten. Er wollte die Entstehung einer jungen Superintelligenz schildern, und zugleich wollte er mehr mit den Arkoniden machen – heraus kam ein eigener Handlungsabschnitt im Zyklus »Die Solare Residenz«.

Das Thema bewarben wir im Herbst 2000, indem wir beispielsweise die Zeitschriftenhändler auf die neue Handlungsebene vorbereiteten. Dazu wurde ein Faltblatt produziert und an die Händler verschickt; der Vertrieb investierte in diesem Fall einiges an Geld – ob und wie sich das auszahlte, erfuhren wir allerdings nicht.

Wichtig war für Robert, dass das Logo des Zyklus entsprechend bekannt gemacht wurde: »Wenn wir schon die Solare Residenz als handlungstragendes Element einführen, müssen wir sie auch rein optisch immer wieder präsentieren.« Und so geschah es auch im Prospekt ...

11 August 2017

Gestohlene Erinnerung

Heute ist er offiziell erschienen: der neunte Band unserer Miniserie PERRY RHODAN-Terminus, verfasst von Dennis Mathiak. Der Roman trägt den Titel »Gestohlene Erinnerung« und enthält einige coole Sätze; streckenweise ist es ein fesselnder Agentenroman mit ungewöhnlichen Hauptfiguren.

Meine liebste Formulierung: »Ich existierte dreifach nebeneinander und behinderte mich dadurch selbst.« Wer das nicht gleich versteht, sollte sich nicht grämen; das erklärt sich innerhalb des Romans alles von selbst. Der Ich-Erzähler hat zu verschiedenen Gelegenheiten in diesem Roman seine Probleme mit der Realität und ihrem Ablauf.

Am 23. Juni 2017 lobte ich den Autor in einer Mail: »Vor allem die ›Innensicht‹ der Hauptfigur fand ich spannend – da werden wir sicher auch Kritik von einigen Fans erhalten, die mit dieser Schilderung ... nicht klarkommen werden.« Ich habe mich schon oft geirrt und wäre selbstverständlich froh, wenn ich an dieser Stelle auch nicht recht behalten würde ...

10 August 2017

Andreas Eschbach und die Rückkehr nach Terra

Ein Logbuch der Redaktion

Ich finde es immer wieder interessant, Romane als Hörbuch noch einmal zu genießen. Das macht mir sogar in solchen Fällen Spaß, in denen ich als Redakteur an der Entstehung der Romane beteiligt war. Nicht zuletzt aus diesem Grund lauschte ich mit großem Interesse dem Hörbuch »Rückkehr nach Terra«.

Dieses Hörbuch erschien gegen Ende des Jahres 2016 bei Lübbe-Audio. Es enthält vier Romane von Andreas Eschbach, die innerhalb der PERRY RHODAN-Serie erschienen sind und die von unterschiedlichen Sprechern interpretiert werden. Eine Rahmenhandlung, verfasst von Christian Montillon und gelesen von Josef Tratnik, sorgt für einen losen Zusammenhang der vier Romane.

Den Einstieg bietet jener Band, mit dem der Autor – noch in den 90er-Jahren – den ersten Gastroman überhaupt bei PERRY RHODAN veröffentlichte. »Der Gesang der Stille« (Band 1935 von 1998) ist eigentlich ein Zwei-Personen-Stück, in dem Reginald Bull zwar auf den ersten Blick die Rolle der Hauptperson einnimmt, sein »Sidekick« aber rasch viel wichtiger wird.

Skill Morgenstern ist ein Agent des Terranischen Liga-Dienstes, der aber unter einer Krankheit leidet, die tödlich verlaufen wird. Ein Todgeweihter und ein Unsterblicher gehen also gemeinsam in einen Einsatz, bei dem sie mit den feindseligen Korrago konfrontiert werden.

tl_files/comic/images/news/news/Hörbuch_Eschbach.jpgTom Jacobs schafft es bei seiner Lesung, die Dramatik der jeweiligen Situation lebendig werden zu lassen. Man fiebert mit Morgenstern und Bull, man leidet buchstäblich mit, und man nimmt mit viel Spannung an der grundsätzlichen Frage Anteil: Was bedeutet es eigentlich, relativ unsterblich zu sein?

Geradezu militärisch geht es in »Die Rückkehr« zu: Der Autor muss eine Raumschlacht schildern, was er aber vor allem mit vielen menschlichen Aspekten verbindet. Der Raum, in dem die Listen aufgehängt werden, auf denen die Namen der gefallenen Raumfahrer stehen, wird mir wohl immer im Gedächtnis bleiben. Oder das Schachspiel, das Perry Rhodan mit einem Raumfahrer spielt. Oder der Techniker, der lieber an seine Familie denkt, anstatt an einen gefährlichen Einsatz. Oder ...

Das Spannende dabei für mich: Obwohl ich die Geschichte sehr gut kannte, wurde sie durch die Interpretation des Sprechers Renier Baaken in intensiver Weise erneut in meine Erinnerung gerufen. In solchen Szenen erkannte ich wieder einmal, welch hervorragender Autor Andreas Eschbach einfach ist!

Ebenfalls mit einer militärischen Aktion hängt der Roman »Die Falle von Dhogar« zusammen, den Michael-Che Koch eingelesen hat. Aber auch hier schafft es der Autor, in die Handlung klare humanistische Akzente einzuarbeiten. Selbstverständlich werden die Exposévorgaben eingehalten; er schildert eine Raumschlacht um einen Polyport-Hof – aber durch die Perspektive auf einen jungen Terraner bringt er eine ungewöhnliche Note in das Geschehen hinein.

Mit Reginald Bull zusammen bildet der junge Mann ein Duo, das ein wenig an Skill Morgenstern in »Der Gesang der Stille« erinnert. Wieder geht es um den Gegensatz von Tod und relativer Unsterblichkeit, es geht aber auch um Liebe und Gefühle, um das Loslassen angesichts eines Verlustes und andere persönliche Themen. Eschbachs Roman vermittelt die Raumschlacht mit ihrer Dramatik, weil er es schafft, eine emotionale Ebene zu den Hauptpersonen zu schaffen. Das fand ich toll – auch beim Anhören.

Abgerundet wird das Hörbuch durch »Der Techno-Mond«, gelesen von Andreas Laurenz Maier, mit dem der Zyklus »Das Atopische Tribunal« eingeleitet wurde. Der Autor muss einen neuen Handlungszeitraum vorstellen, er macht dies auf seine eigene Weise. Er lässt das Wohnhaus von Perry Rhodan lebendig werden, er charakterisiert sogar die Nebenfiguren, und so steigert sich die Dramatik innerhalb der Milchstraße sowie um den Mond immer weiter.

Perry Rhodan selbst wird zum überlegenden Politiker und Abenteuerer, der einer privaten Mission ebenso folgt wie seiner Absicht, die Menschheit vor Schaden zu bewahren. Andreas Eschbach zeigt, wie man auch altbekannte Figuren in neuer Weise interpretieren und in eine romanhafte Umgebung stellen kann.

Wer die Romane schon einmal gelesen hat – so wie ich –, wird durch die Hörbuch-Box einen ungewöhnlichen Blick auf die PERRY RHODAN-Serie erhalten. Wer die Serie noch nicht kennt, aber den Autor schätzt, kann auf diese Weise den größten Science-Fiction-Kosmos der Welt auf vergleichsweise einfache Weise kennenlernen.

09 August 2017

Ein Wort zu den redaktionellen Beilagen

Dreimal in einem sehr überschaubaren Zeitraum ließen wir die Leserseite entfallen – sie fehlte in den Bänden 2917, 2919 und 2921. Die Gründe wurden von mir mehrfach genannt: Wenn ein Roman zu lang ist, muss man ihn entweder einkürzen, oder man streicht nötigenfalls bei der Leserseite den einen oder anderen Text. In diesem Fall strichen wir eben die gesamte LKS ... nicht nett, aber nachvollziehbar, denke ich.

Wir denken in diesen Tagen immer wieder über unsere redaktionellen Beilagen nach. Es gibt beispielsweise die Frage: Muss man das Konzept für die Leserseite neu überdenken, wenn immer mehr Leute wie Facebook kommunizieren? Oder auch: Brauchen wir noch Clubnachrichten, wenn es keine Clubs mehr gibt und die Resonanz auf die entsprechenden Beiträge sehr gering ist?

Die Leserseite wollen wir auf keinen Fall abschaffen, das wäre töricht. Sie ist auch in Zeiten der schnellen Online-Kommunikation ein Bestandteil des wöchentlichen PERRY RHODAN-Romans, ohne den unserer Serie etwas fehlen würde. Viele Leser schauen immer zuerst in die LKS, bevor sie mit dem Roman beginnen – das wissen wir, und deshalb wollen wir daran nichts ändern.

Aber es kann nie schaden, sich grundsätzlich Gedanken darüber zu machen, wie wir PERRY RHODAN nach außen hin darstellen. Ist das, was wir seit Jahren machen, noch zeitgemäß, oder müssen wir etwas daran ändern?

Als Macher einer Science-Fiction-Serie wollen wir schließlich nicht in die Vergangenheit blicken, sondern in die Zukunft schauen ... (Schließlich sieht die LKS auch nicht mehr so aus wie in den 60er- oder 70er-Jahren.)

08 August 2017

Ein Transmetteur in Frankreich

Schaue ich mir die PERRY RHODAN-Taschenbücher an, die unsere französischen Partner veröffentlichen, finde ich es immer wieder interessant, wie sehr sie sich von unseren »Originalen« unterscheiden. Das trifft nicht nur auf die Titelbilder zu, wie das Cover von Band 349 beweist.

Bei »Transmetteur pour nulle part« muss ich sehr genau überlegen, wer hier eigentlich abgebildet ist ... sicher Atlan mit langen weißen Haaren und hellem Anzug. Aber wer sind die anderen Personen?

Interessant ist auch der Innenteil. Das Bordgehirn der SOL, in der zu dieser Zeit noch ein gewisser Tanwalzen seinen Dienst verrichtet, wird auf Deutsch bekanntlich SENECA geschrieben. Auf französisch heißt es konsequent »Sénèque«.

Immerhin sind Clifton Callamon und Gesil gleich geblieben, um zwei wesentliche Figuren dieses Taschenbuches zu nennen. Und dass »L'Émir« die Übersetzung von Gucky ist, dürfte eh niemanden verwirren ...

Ich erinnere mich noch gut, als ich die Geschichten vor über dreißig Jahren im Original las. Unsere französischen Partner haben jetzt Zugriff auf eine phantastische Episode der PERRY RHODAN-Historie. Schön!

07 August 2017

Handelsaktion im Herbst 2000

Der PERRY RHODAN-WeltCon im Dezember 1999 war eine große Aktion geworden, von der die Redaktion und der Verlag noch lange profitierten: Die Händler platzierten die Romane besser, die Presse berichtete häufiger über PERRY RHODAN. Was also lag näher, als an diesen Erfolg anzuknüpfen?

Die Marketing-Kollegen und der Vertrieb dachten sich eine Händleraktion aus. Um auf den »kleinen« Jubiläumsband 2050 hinzuweisen, der im Dezember 2000 erscheinen sollte, wurde sogar ein spezieller Briefumschlag gedruckt. Der Slogan »Wichtige Händlerinformation!« mit dem Zusatz »mit großem Gewinnspiel« sollte klarmachen, dass es sich in mehrfacher Hinsicht lohnte, mit PERRY RHODAN zusammenzuarbeiten.

Im Umschlag befanden sich ein Prospekt, ein Anschreiben und ein Aufkleber. Ziel war, die Händler dazu zu bringen, die Serie wieder gut zu platzieren und vor allem die Aufkleber mit »Hier erhältlich!« sinnvoll anzubringen. Der bereits laufende »SEELENQUELL«-Zyklus sollte so stärker ins Zentrum gerückt werden.

06 August 2017

Noch einmal das neue Atlantis

»Wir wollen mit Atlan weiterhin spannende, abenteuerliche Romane schreiben, verzichten aber weitgehend auf das kriminalistische Element und bringen dafür wesentlich mehr Fantasy in die Romane hinein.« Dies schrieb William Voltz gegen Ende des Jahres 1976 in das Exposé für den ATLAN-Roman 300.

Veröffentlicht wurde der Roman bekanntlich am 28. Juni 1977 unter dem Titel »Das neue Atlantis«. Die Serie sollte aber »keine reine Fantasy-Serie« sein, versprach der Autor in dem Exposé, »sondern auch und vor allem Science Fiction bringen«.

So richtig klar war damals offenbar nicht, in welche Richtung die Serie gehen sollte. Zumindest gibt das Exposé keinerlei Hinweise darauf, dass 200 Bände geplant waren, in denen Raumschiffe und Magier, Außerirdische und Mythenwesen eine Rolle spielen sollten, zeitweise in kunterbunter Reihenfolge.

Voltz wollte die zwei Serien klar trennen, das zeigte sich recht schnell. Seinen Roman betrachtete er »zunächst nur als Prolog«, denn »die eigentliche Atlantis-Story beginnt mit Nr. 301«. Für die Menschen auf der Erde sollte das neue Atlantis auch nur zwei Tage auf dem Heimatplaneten der Menschheit bleiben.

»Dieser Umstand wird sich gegen Ende des Zyklus, also im letzten Band, bei Atlans Rückkehr herausstellen«, formulierte das Exposé unter der Rubrik »Zeitverschiebung«. Handschriftlich angefügt wurde an dieser Stelle noch »siehe auch PR Nr. 816«. Man bemühte sich also um eine Verzahnung beider Serie und gleichzeitig eine stärkere Trennung.

05 August 2017

Der zweite Japan-NEO kommt bald

Ich weiß leider nicht genau, wer die junge Dame ist, die mich von diesem Titelbild aus anstrahlt – es könnte Sue Mirafiore sein, die junge Mutantin –, aber ich finde das Cover stark. Unsere japanischen Partner haben bereits den zweiten NEO-Band für diesen Monat angekündigt, die Übersetzung von »Utopie Terrania«, verfasst von Christian Montillon. Ich hoffe natürlich sehr, dass sich auch der entsprechende Erfolg einstellt.

Leider haben wir noch keine Belegexemplare erhalten. Als vergangene Woche ein Paket aus Japan eintraf, riss ich es mit zitternden Fingern auf – um dann »nur« die »normalen« Taschenbücher zu sehen.

Über die freuen wir uns in der Redaktion immer, weil das Design so anders ist; jetzt sind wir alle begierig auf die NEO-Bände. Aber wer mag, kann sie sich ja auch direkt bestellen ...

04 August 2017

Fünfzig Jahre SOS

Dass die PERRY RHODAN-Serie seit den 60er-Jahren einen unglaubliche Erfolgsgeschichte ist, verblüfft mich selbst immer wieder. Der PERRY RHODAN-Film aus dem Jahr 1967 zählt nicht unbedingt dazu. Und wäre heute kein großer Artikel auf der Internet-Seite »heise.de« erschienen, hätte ich nicht einmal mitbekommen, dass es genau fünfzig Jahre her ist, seit »SOS aus dem Weltall« in Italien angelaufen ist.

Im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte habe ich selbst diesen Film mehrfach gesehen; ich fand ihn meist langweilig oder haarsträubend, häufig auch lustig. Am Stück ansehen kann ich ihn tatsächlich nicht, weil er mit dem PERRY RHODAN, den ich seit Jahren kenne, nur wenig zu tun hat. Das aber ist Geschmackssache.

Ich erinnere mich allerdings, dass der Film in den 70er-Jahren im Kino in meiner kleinen Heimatstadt lief. Ich war damals schon Leser der Serie, und einige meiner Freunde gingen ins Kino – sie fanden den Film klasse. Wenn also heute gern gesagt wird, jeder habe damals den Film abgelehnt, kann das so nicht stimmen.

 Seien wir ehrlich: Im Vergleich zu manch anderem Science-Fiction-Machwerk der 60er- und 70er-Jahre ist der Film nicht unbedingt schlechter. Wenn man ihn also heute mit einem gewissen Augenzwinkern betrachtet und nach jeweils zehn Minuten eine Pause einlegt, kann man sich gut bei »SOS aus dem Weltall« amüsieren ...

03 August 2017

Der Stil eines Heftromans, mal positiv

Seien wir ehrlich: Früher galten Heftromane pauschal als »Schund«, wurden sie von wohlmeinenden Pädagogen verunglimpft oder im Schulunterricht beschlagnahmt. Das ist lange her; wenn heutige Lehrergenerationen einen Schüler erwischen würden, der in der Schule einen Heftroman liest, hätten sie wohl Tränen der Rührung in den Augen.

Dem Heftroman wird nachgesagt, er habe einen direkten Stil. Er sei einfach gebaut, er bediene die schlichten Gemüter ... und die anderen Vorwürfe kann sich jeder selbst denken. Dass dieser Vorwurf hanebüchen ist, kann jeder selbst erkennen, der beispielsweise einen PERRY RHODAN-Roman nimmt und die Struktur der Sätze betrachtet.

Ich sehe einen »Heftromanstil« ohnehin nicht als negativ an, ganz im Gegenteil: Die Spalten eines Heftromans tragen dazu bei, dass es kurze Absätze gibt. Das wiederum sorgt dafür, dass Beschreibungen kurz sein müssen und sich auf das Nötige beschränken – ausufernde Landschaftsdarstellungen wird man also eher im historischen Roman finden und in der Fantasy, nicht aber im Heftroman. Ebenso kurz müssen Dialoge sein, flott zu lesen und die Handlung vorantreibend.

Viele erfolgreiche Romanautoren arbeiten nach denselben Prinzipien: kurze Beschreibungen, knappe Dialoge. Ich meine damit nicht nur Krimi-Klassiker wie die von mir verehrten Raymond Chandler oder Georges Simenon – auch moderne Bestsellerautoren wie Dan Brown machen nichts anderes.

Kurze Absätze, schnelle Dialoge, knappe Beschreibungen – und dennoch immr alles unterbringen, Gefühle darstellen und Personen klar beschreiben: Das ist eine Kunst, die nicht jeder Autor beherrscht. »Gelabert« wird in heutiger Literatur schließlich genug.

Ich bin froh, dass wir bei PERRY RHODAN heutzutage eine stilistische Bandbreite haben, die ihresgleichen sucht. Ein Hubert Haensel oder ein Leo Lukas unterscheiden sich in ihren Romanen sehr – man kann sofort einen klaren Unterschied in Sprache und Stil ausmachen. Beide sind sie Meister der Verknappung, beide können sie aber auch ausführlicher werden; ein Taschenbuch bietet schließlich mehr Raum und Platz.

Auch ein Wim Vandemaan, ein Christian Montillon oder eine Michelle Stern unterscheiden sich sehr. »Deutschtechnisch«, um eines meiner Lieblingswörter zu zitieren, kann man ihre Romane nicht von allgemeinen Bestsellern unterscheiden, die im Taschenbuch oder Hardcover gedruckt werden. Und die verknappte Sprache, zu der ein Heftroman zwingt, macht mir immer wieder Spaß.

Ich liebe Heftromane. Vor allem, wenn sie richtig gut sind!

02 August 2017

Die Gewitterschmiede

Was mir an Romanen von Michael Marcus Thurner immer wieder gefällt: Der Autor bemüht sich um eigene Sichtweisen auf das PERRY RHODAN-Universen, bringt neue Aspekte ein und erweitert so unser Perryversum. Nicht alle seine Ideen können dabei allen Leuten gefallen – aber grundsätzlich steht er damit in einer sehr guten Tradition seit den frühesten Bänden der Serie.

Das zeigt sich auch in seinem Roman »Die Gewitterschmiede«, der in der kommenden Woche mit der Bandnummer 2921 in den Handel kommt. Mir gefiel vor allem, dass er den Epsalern neue Details hinzufügte. Das terranische Kolonialvolk zählt seit der klassischen Scheer-Zeit zum »Inventar« der Serie – dass es aber die Leitlinien der sogenannten Nochurna gibt, war mir bislang unbekannt.

In seinem Roman stellt der Autor diese Leitlinien vor, verpackt in eine spannende Handlung mit viel Action und einer überraschenden Erkenntnis am Ende. Das macht er so interessant, dass zumindest ich mehr über die Nochurna und den Planeten Epsal lesen möchte. Schauen wir mal, wann sich dazu erneut Gelegenheit bietet ...

01 August 2017

Ein Zweites Solares Imperium?

Ein Logbuch der Redaktion

Perry Rhodan und seine Gefährten haben in der fernen Galaxis Sevcooris eine Reihe von seltsamen Begegnungen; das Goldene Reich wartet mit vielen Überaschungen auf. Dass man in einer Sterneninsel, die über hundert Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt ist, auf unterschiedlichste Lebewesen stößt, die nicht gerade sehr menschenähnlich sind, dürfte die Terraner dabei nicht überraschen.

Anders ist es aber, wenn man auf Menschen trifft. Oder Lebewesen, die Menschen komplett ähnlich sehen. Gemeint sind die Gäonen, über die Perry Rhodan anfangs wenig weiß, die er aber im Verlauf der nächsten Romane immer besser kennenlernt.
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Ohne zu viel zu verraten: Weil die Gäonen so menschenähnlich sind, lassen sich entsprechende Konflikte gar nicht vermeiden ...

Das zeigt sich schon im ersten Band der Trilogie, die von den Autoren über das Zweite Solare Imperium verfasst worden ist. Von Leo Lukas stammt der Roman »Die besseren Terraner«, der die Bandnummer 2920 trägt und am 4. August 2017 in den Handel kommt. Der Autor wirft einen ersten Blick auf die Gäonen, ihre Kultur und vor allem ihre Weltsicht.

Nicht nur die Gäonen spielen in diesem Roman eine Rolle, auch andere Völker in ihrer Heimat werden erwähnt. Sie alle haben sich in einem Kugelsternhaufen angesiedelt, der außerhalb von Sevcooris liegt. Perry Rhodan bekommt bei seiner Mission einen ganz speziellen Blick auf die Situation in diesem Kugelsternhaufen; er trifft auf Gäonen und lernt sie besser kennen.

Ebenfalls mit den Gäonen beschäftigt sich Michael Marcus Thurner im darauf folgenden Roman. Dass der Autor – ganz nebenbei – sich noch Gedanken über die Kultur der Epsaler machte und man dazu einiges lesen kann, hat mich gefreut. Als »Altleser« finde ich es schön, wenn die längst bekannten Kulturen der Milchstraße einige neue Facetten erhalten.

In »Die Gewitterschmiede«, so der Titel von Band 2921, geht es allerdings vor allem um einen bestimmten Gäonen. Vordergründung erzählt der Autor eine Geschichte von Flucht und Verfolgung, er liefert Action und packende Kämpfe; darüber hinaus erfahren die Leser aber mehr über die Pläne des Zweiten Solaren Imperiums.

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/2922tibi.jpgDen Abschluss der Trilogie bildet ein Roman von Uwe Anton, der den schönen Titel »Die Nacht der 1000« trägt und am 18. August 2017 erscheint. Wer mit der PERRY RHODAN-Serie vertraut ist und die Bandnummer 2922 liest, könnte auf einen möglichen Grund für diesen Titel kommen: Tausend Bände zuvor feierte der Autor seinen Einstand in der Serie – es gibt also einige Gründe, diese lange und erfolgreiche Mitarbeit mit einem Fest zu begehen.

Aber selbstverständlich hat dieser Titel auch eine inhaltliche Begründung. Sie hat etwas mit den Thoogondu zu tun, bei denen die sogenannte Nacht der 1000 eine große Bedeutung hat, sowohl kultureller als auch politischer Art. Wenn Perry Rhodan an dieser Nacht teilnimmt, weil ihn die Organisatoren auf jeden Fall dabei haben möchten, heißt das allerdings nicht, dass der Terraner jegliche Vorsicht beiseite schiebt ...

Die drei Romane um das Zweite Solare Imperium prägen den Sommermonat August – zumindest für die PERRY RHODAN-Leser. Und ich denke, die von den Autoren präsentierte Erweiterung des Serienkosmos wird für einige Diskussionen sorgen.

31 Juli 2017

Energie im Perryversum

»Wie haltet ihr es eigentlich im Perryversum mit der Energieversorgung?«, wurde ich dieser Tage gefragt. »Die Raumschiffe brauchen ja viel Energie, Roboter und allerlei Maschinen sowieso.«

Ich eierte ein wenig herum. »Früher standen in jeder Kleinstadt so praktische Fusionsreaktoren herum, mit denen man alles machen konnte. Später saugte man die Energie einfach aus dem Hyperraum. Aber das geht nach dem Hyperimpedanz-Schock nicht mehr ...«

Nachdem ich versucht hatte, unter vielen Verrenkungen den Begriff Hyperimpedanz zu erklären, wurde ich weiter befragt. »Im Perryversum ist Energie kein Problem«, redete ich mich heraus, »sie steht praktisch grenzenlos zur Verfügung und kostet den Normalbürger nichts.«

»Aber dann muss sich doch die Atmosphäre grenzenlos aufheizen«, kam der kritische und nachvollziehbare Einwand. »Wie haltet ihr es da mit der Energiebilanz?«

Um eine lange Diskussion abzukürzen: Bei PERRY RHODAN können wir nicht alle Themen abdecken, die im Leben unserer fiktiven Zukunft eine Rolle spielen. Wir wissen nicht im Detail, wie die Energieversorgung eines einzelnen Haushalts stattfindet, und wir haben eigentlich keine Ahnung, wohin die globale Abwärme geschafft wird.

Ich argumentiere immer, dass wir solche Dinge für eigentliche Geschichte üblicherweise nicht benötigen. Wenn es sinnvoll wird, solche Themen zu bearbeiten, fallen den Autorinnen und Autoren sicher genügend Mittel und Wege ein, sich entsprechende Handlungselemente und Ideen auszudenken.

Wir können nicht versuchen, die Welt der fernen Zukunft völlig glaubhaft darzustellen. Wir können versuchen, sie so abwechslungsreich und nachvollziehbar wie möglich zu präsentieren. Wenn uns das gelingt, gefallen den Lesern die Romane. Ob dann die Energiebilanz der Erde hundertprozentig exakt abgebildet wird, ist da im Allgemeinen nicht so wichtig ...

30 Juli 2017

Zirkon als Urlaubsziel

Als wir vor zwei Jahren beschlossen, die PERRY RHODAN-Planetenromane umzustellen, lautete die Faustformel: »Wir nehmen immer zwei Romane eines Autors, die idealerweise auch inhaltlich in einem Zusammenhang stehen, und machen daraus ein schönes Buch. Dafür gibt es bestimmt genügend Fans, vor allem, weil Rainer Nagel auch noch die sachkundigen Vor- und Nachworte dazu schreibt, in denen Informationen stehen, die bisher so niemand kannte.«

Mit dem aktuellen Planetenroman haben wir das geändert: Der Doppelband 83 und 84 stammt von zwei Autoren. »Das tödliche Paradies« ist ein Roman von Kurt Mahr, der erstmals 1966 erschien, und »Höllentanz der Marionetten« wurde von Hans Kneifel geschrieben und 1968 veröffentlicht. Beide Romane haben den Schauplatz Zirkon als gemeinsames Thema, und das fanden wir interessant.

Man stelle sich das einmal vor – in der Zukunft des Solaren Imperiums fliegt man nicht aus Deutschland auf die Kanarischen Inseln oder sonstwohin, um sich in der Sonne zu aalen, sondern man besteigt auf dem Terrania Space Port ein Raumschiff, das einen zur Urlaubswelt Zirkon bringt. Eine phantastische Vorstellung von einer Zukunft, ersonnen in den 60er-Jahren, als Flugreisen für viele Menschen noch utopisch waren ...

Manchmal kann man als Redakteur neidisch sein auf die Art und Weise, wie man damals die Welt der Zukunft entwickelte. Grundsätzliche Fragen, die man heute umfangreich diskutieren würde – etwa nach der »Behandlung« der Eingeborenen oder der Ökobilanz –, gab es damals einfach noch nicht. Die Autoren fabulierten recht frei drauflos und entwickelten so ihre spannenden Planetenabenteuer.

In den vergangenen fünfzig Jahren hat sich in der »wirklichen Welt« eben doch einiges getan; die Zukunft ist nicht mehr das, was sie einmal war. Das wiederum ist aber ein anderes Thema – und so lange erfreue ich mich an den schönen Beschreibungen einer Urlaubswelt im Solaren Imperium.

28 Juli 2017

Aktuelle Fotoaktion im Sommer 2017

Machen wir uns nichts vor: Es gibt auf unserer Internet-Seite das eine oder andere Bild, das nicht mehr so richtig aktuell ist. Das gilt nicht nur für mich, sondern auch für die Kolleginnen und Kollegen. Also wurden wir heute von zwei Fotografen besucht, die in einem schnellen und erstaunlich unkomplizierten Durchlauf noch einmal alle fotografierten.

Einzeln wurden wir vor die Kamera gebeten, danach ging's an ein Gruppenfoto. Es wurde viel gelacht, wir wurden ein wenig nach links und ein wenig nach rechts geschoben, und irgendwann waren wir hoffentlich alle in der richtigen Position.

Jetzt sind wir gespannt, wie und wann wir die fertigen Fotos erhalten werden. Die kommen natürlich alle auf unsere Internet-Seite; auf die Kommentare der Leser bin ich dann – wie immer in solchen Fällen – sehr gespannt.

(Hier noch mal das halbwegs aktuelle Foto, das im Frühjahr 2017 hinter unserem Verlagsgebäude geschossen wurde. Es zeigt von links: Klaus Bollhöfener, Bettina Lang, Philine-Marie Rühmann, Klaus N. Frick, Madlen Bihr und Sabine Kropp. Es fehlen Kathrin Weil, die im Mutterschutz war, und Pio Battistig, der uns freundlicherweise fotografierte.)

27 Juli 2017

Auf der »Phantastika«

Wer sich mit der Fan-Szene beschäftigt, hat sicher schon mitbekommen, dass in diesem Jahr ein großes Festival für Science-Fiction- und Fantasy-Freunde in Oberhausen stattfinden wird. Allen anderen möchte ich es hiermit ins Gedächtnis rufen ...

Gemeint ist die »Phantastika«, auf die ich an dieser Stelle endlich einmal hinweisen muss. Die Veranstaltung am 2. und 3. September 2017 wird als »galaktisches Event« angekündigt und bietet unter anderem ein PERRY RHODAN-Programm.

Viele Informationen sind schon auf der Internet-Seite der Veranstalter zu finden. Autoren und Zeichner nehmen daran teil, als Redakteur bin ich am Samstag anwesend. Welche Programmpunkte zu welchen Zeiten angeboten werden, weiß ich bisher nicht – aber solche Details können die Verantalter ja noch genauer fixieren.

Die Idee finde ich nach wie vor sehr gut: Man möchte verschiedene Themenwelten rings um Science Fiction und Fantasy unter einem »gemeinsamen Dach« präsentieren, um so die jeweiligen Genres aufzuwerten. Hoffen wir, dass genügend Leserinnen und Leser den Weg nach Oberhausen finden werden!

26 Juli 2017

Die Enklaven von Wanderer

Wenn Wim Vandemaan einen PERRY RHODAN-Roman verfasst, können sich die Leser darauf gefasst machen, eine ganz besondere Lektüre zu erhalten. Am 28. Juli 2017 erscheint »Die Enklaven von Wanderer«, und dieser enthält eine Reihe von faszinierenden Szenen. Es juckt mich in den Fingern, einige davon schon jetzt bekannt zu geben – aber das wäre gemein.

So viel immerhin: Raumfahrer spielen eine Rolle, eine Tänzerin hat ihren Auftritt, Händler ziehen durch ein armseliges Land. Einer der Schauplätze des Romans ist Berlin, die Reise führt zu einem Mond, und eine Reihe von seltsamen »Fragmenten« wird besucht. Das mag in der Kürzestfassung seltsam klingen, entfaltet aber seine Wirkung während der faszinierenden Lektüre.

Ich las das Manuskript mit wachsendem Staunen, nachdem ich schon das Exposé mit einigen seiner Folgerungen verblüffend gefunden hatte. »Die Enklaven von Wanderer« wird sicher seine Freunde in der Leserschaft finden ...

Übrigens: Auch dieser Roman enthält keine Leserseite. Hier war mir ebenfalls jede Zeile des ohnehin sehr eng gesetzten Romans wichtig – da ließ ich lieber die Leserseite entfallen, als zwangsweise halbe Seiten streichen zu müssen.

25 Juli 2017

Auch eine Begegnung der dritten Art

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich« ...

tl_files/comic/images/news/logbuecher/1979_Frick_Story.jpgZu Beginn des Jahres 1979 wusste ich endgültig, dass ich kein »normaler« Jugendlicher war. Ich war gerade mal 15 Jahre alt und hatte das Gefühl, in dem kleinen Dorf im Schwarzwald der einzige Jugendliche zu sein, der völlig aus der Rolle fiel.

Zwar machte ich die üblichen Späße mit den Schulkameraden, aber ich entwickelte eine immer stärkere Faszination für die PERRY RHODAN-Serie und andere Science Fiction. Es konnte passieren, dass ich zu der Wiese ging, wo wir immer Fußball spielten, und irgendwann mit einem Heftroman dasaß und lieber ein spannendes Kapitel zu Ende brachte.

Mir war bewusst, dass die Serie eine Fiktion war, und ich stand nicht in der Gefahr, mich in fremden Welten zu verlieren. Die Abenteuer von Perry Rhodan und seinen Gefährten fand ich aber spannender als den drögen Alltag in der Schule, der mich oftmals grenzenlos anödete. Nachmittags machte ich keine Hausaufgaben, sondern zeichnete Raumschiffe. Mathematikhefte verschönerte ich durch Skizzen von Kugel- und Diskusraumern. Ich träumte nachts von Raumschiffen und Außerirdischen.

Meine Eltern verstanden das noch nicht: Sie nahmen mich zu Verwandtschaftsfeiern mit, obwohl sie wussten, dass ich mich ohne Ende langweilte. Sie wunderten sich über die seltsame Musik, die ich hörte, und gaben es irgendwann auf, mir die Heftromane zu verbieten. Meine Lehrer verstanden das noch weniger; ihnen leuchtete nicht ein, warum ich lieber »Schundromane« las, anstatt mich auf den Unterricht zu konzentrieren.

PERRY RHODAN hatte mich gepackt. Mich faszinierten die Anfänge der Serie, die ich in der vierten Auflage las, ebenso wie die aktuellen Romane, deren kosmische Geschichten ich am stärksten fand. Welches Geheimnis steckte hinter den Loowern, welche Ziele verfolgten die sogenannten Trümmerleute? Wie hingen die Kosmischen Burgen mit der Geschichte der Erde zusammen, und warum stand das Solsystem immer im Zentrum der Geschichte?

Meine Lieblingsfigur war mittlerweile Alaska Saedelaere geworden. Während ich Gucky und seine Späße langsam nervig fand, konnte ich den Transmittergeschädigten immer besser verstehen: Ein Mann, der sich hinter einer Maske verstecken musste, war für einen Jugendlichen eine klarere Identifikationsfigur als ein fröhlicher Außerirdischer.

Mit wachsendem Interesse las ich die »Randtexte« in den Romanen. Auf der Leserkontaktseite wurde gelegentlich auf die Arbeit der Autoren hingewiesen, im PERRY RHODAN-Report erschienen Artikel mit Literatur-Tipps. Ich kaufte mir Science-Fiction-Romane, nachdem diese im Report erwähnt worden waren, und fand, dass die Arbeit eines Science-Fiction-Schriftstellers ungemein spannend sein musste. Er konnte fremde Welten erfinden und seine Leser dorthin entführen.

Ich beschloss, Science Fiction zu veröffentlichen. Vielleicht würde ich in einigen Jahren so bekannt sein, dass ich zum PERRY RHODAN-Team stoßen konnte? Immerhin schrieb ich seit Jahren allerlei Geschichten, und meine Schulaufsätze nach der Art von »mein schönstes Ferienerlebnis« waren schon immer frei erfunden gewesen. Es konnte also nicht so schwer sein, eine erste SF-Geschichte zu entwickeln.

Ein Aufenthalt bei einer Tante brachte im Februar 1979 den entscheidenden Anstoß. Wie immer langweilte ich mich. Während die Erwachsenen Kaffee tranken, Kuchen aßen und sich unterhielten, saß ich herum und wusste nicht, was ich tun sollte. Spazierengehen verbot sich angesichts des Wetters, PERRY RHODAN-Romanhefte hatte ich – wie sonst immer – ausnahmsweise nicht dabei. Ich bat um einen Block und einen Kugelschreiber und verzog mich damit in die Küche. Dort setzte ich mich an den Tisch, dachte gründlich nach und formulierte die ersten Sätze.

Im Wohnzimmer plärrte der Schwarzweiß-Fernseher, die Stimmen der Erwachsenen und das Klirren des Geschirrs waren weit in den Hintergrund gedrängt.

Ich wollte eine Geschichte schreiben, die originell sein sollte. Was also war das Gegenteil bisheriger Geschichten? Ich wollte keinen amerikanischen Raumfahrer als Hauptfigur haben – also nahm ich einen chinesisch klingenden Namen. Ich wollte nicht aus der Sicht der Menschen erzählen – also begann ich mit Außerirdischen. Ich fand, dass Aliens auch von Pflanzen abstammen konnten – also dachte ich mir Pflanzenwesen aus.

Mein Ideengebilde orientierte sich sehr an dem, was ich üblicherweise las. Der Raumfahrer träumte von »Mädchen«, es gab Impulskanonen und telepathische Kontakte – meine bevorzugte Lektüre in jenen Tagen waren nun einmal PERRY RHODAN-Romane, und die damalige Schreibweise färbte komplett auf mich ab. Das zeigte sich bei anderen Texten aus jener Zeit, die teilweise verschollen sind, in weitaus stärkerer Weise.

So entstand »Auch eine Begegnung der dritten Art«, meine erste Science-Fiction-Kurzgeschichte. Sie war nur zwei Seiten lang und erzählerisch sehr schlicht: mit wechselnden Handlungsperspektiven und ohne den Versuch einer ernsthaften Charakterbeschreibung. Die Geschichte des Raumfahrers von der Erde, der zum Alpha-Centauri-System vorstößt, dort auf Pflanzenwesen stößt und von diesen getötet wird, weil diese ihn für ein Monster halten, fand ich ausreichend lang und klar.

Es folgten im Verlauf des Jahres weitere Geschichten und Gedichte; ich experimentierte mit den Genres, versuchte mich an Zeitreisen und sogar an der Fantasy. Viele Texte sind verschollen, einige wurden veröffentlicht, aber »Auch eine Begegnung der dritten Art« war der Anfang für so vieles, was danach kommen sollte.

Später schickte ich die Geschichte übrigens auch an verschiedene Fanzines, sogar an die Leserseite der ATLAN-Serie. Glaube ich meinen handschriftlichen Notizen, wurde sie in der zweiten Ausgabe des Fanzines »Denebola« (erschien im Juni 1980 in Vaihingen/Enz) veröffentlicht, ebenso im Band 100 der zweiten ATLAN-Auflage.

24 Juli 2017

Wo bleiben die Arcoana?

In früheren Jahren und Jahrzehnten – es soll ja auch mal eine Zeit gegeben haben, in der ich nicht bei PERRY RHODAN gearbeitet habe ... – stellten manche Autoren angeblich immer eine ganz bestimmte Frage bei der Autorenkonferenz: »Was macht eigentlich Ovaron?« Gemeint war der Cappin Ovaron, der »doch eigentlich« immer bei großen galaktischen Bedrohungen »mal schnell« vobeikommen und die Menschheit retten könnte.

In späteren Jahren wechselte die Frage. »Wo bleiben die Arcoana?« oder »Perry muss einfach mal zu den Arcoana fliegen, die helfen dann schon« hießen die entsprechenden Aussagen. Klar, die Spinnenwesen aus dem Sheokorsystem könnten bei manchen Fragen helfen. Aber seit mehr als tausend Bänden spielen sie keine Rolle mehr in der Handlung der PERRY RHODAN-Serie.

Die Diskussion darüber, welche Figuren und welche Völker in der Serie auftauchen, beschäftigt uns seit langer Zeit. Will die Serie nicht irgendwann wie ein Telefonbuch aussehen, in dem zahlreiche Detailfakten aufgelistet werden, müssen die Autoren versuchen, eine Auswahl zu treffen. Man muss eine Handlung zuspitzen, um sie erzählen zu können.

Anders gesagt: Wenn es nötig ist, die Arcoana wieder in die Handlung zu holen, werden die Autoren für eine sinnvolle Möglichkeit sorgen. Wenn es angebracht ist, den Gradosima endlich die wichtige Rolle zu geben, die ich ihnen schon lange zuschanzen möchte, werden sich die Autoren sicher ebenso erweichen lassen. Und wenn es sinnvoll erscheint, wird man sicher auch erfahren, was eigentlich derzeit in der Galaxis Anthuresta geschieht ... und so weiter ...

21 Juli 2017

Die NEO-Expokraten waren zu Besuch

Der heutige Freitag, 21. Juli, stand ganz im Zeichen von PERRY RHODAN NEO. Die beiden Autoren Rainer Schorm und Rüdiger Schäfer – seit der aktuellen Staffel steuern sie die Serienhandlung – waren zu Besuch. Es war die erste gemeinsame Besprechung der beiden Exposéautoren mit der Redaktion; von unserer Seite nahmen Bettina Lang und ich teil.

Zu diskutieren gab es viel, unter anderem sahen wir uns aktuelle Zahlen an. Welche Romane sind wie bei den Lesern angekommen, und lässt sich feststellen, welche Werbeaktion etwas eingebracht hat? Welche Romane fanden wir selbst gut, welche Ideen haben nicht optimal funktioniert?

Wir sind und wir waren nicht immer einer Meinung, aber das macht nichts. Die verschiedenen Meinungen wurden ausgetauscht, wir fanden sinnvolle Lösungen.

Die beiden Exposéautoren stellten die Handlung der nächsten Bände sowie ihre weiteren Pläne vor. Vor allem eine weibliche Figur, die in der laufenden Staffel wichtig wird, stand im Fokus der Planungen und Gespräche.

Zwischendurch gingen wir eine Pizza essen und Unmengen von Apfelschorle trinken. Alles in allem war's eine wichtige und auch erfolgreiche Besprechung. (Das Bild zeigt Rainer Schorm, links im Bild, und Rüdiger Schäfer.)

20 Juli 2017

Pakt gegen das Chaos

Ich erinnere mich noch gut daran, wie Robert Feldhoff die Laosoor konzipierte und sich zahlreiche Details zu diesem Volk ausdachte. Es ist jetzt gut zehn Jahre her, seit wir die entsprechenden Romane in deutscher Sprache herausgebracht haben. Sie erscheinen jetzt auch in den Niederlanden – unser Lizenzpartner Big Balloon veröffentlicht die PERRY RHODAN-Serie dort in Doppelbänden.

Publiziert wurde zuletzt der Doppelband 2406/2406, die Romane gehören zum Start des »Negasphäre«-Zyklus. In »Pact tegen de Chaos« und »De Kristal Annalen« spielen die Laosoor eine große Rolle, verfasst wurden die Romane von Horst Hoffmann und Wim Vandemaan. Es werden wichtige Informationen im Kampf gegen die Terminale Kolonne TRAITOR gesammelt ...

Unsere niederländischen Leser können jetzt auch diese große kosmische Geschichte lesen. Es liegt wohl nahe, dass ich mich darüber freue!

19 Juli 2017

Die kanonische PERRY RHODAN-Serie

Als ich »ganz normaler« PERRY RHODAN-Leser war, fand ich es seltsam, welche Widersprüche zwischen der eigentlichen PERRY RHODAN-Serie, den ATLAN-Heftromanen und den Taschenbüchern herrschten. Bei den Autoren schien es keine sehr gute Absprache zu gehen, das störte mich in meiner Lektüre. Später wusste ich, warum das so ist ... und noch später wurde ich PERRY RHODAN-Redakteur.

Seither ist es mein Ehrgeiz, die Serie einigermaßen »auf Linie« zu halten. Der von Fans sehr geliebte Begriff »kanonisch« trifft es gut: Die Serie und ihr Universum sollen ein geschlossenes Bild ergeben.

Abweichungen, die es früher gegeben hat, versuchten wir in der Folge bei neueren Texten zu »begradigen«. Mit Rainer Castor gab es ahrelang einen Autor,  der dieselbe Ansicht hatte, im Zweifelsfall aber strenger war als ich.

Das ergibt folgende »Regeln«: Im Perryversum gilt, was in den veröffentlichten Romanen steht. Gibt es Widersprüche zwischen der wöchentlichen Heftromanserie oder den Silberbänden – ich sage nur »Schlacht im Twinsystem« ... –, gelten die Aussagen in den Heftromanen. Gibt es Widersprüche zwischen Taschenbüchern aus den 60er-Jahren und einer bearbeiteten Neuauflage, gilt die Neuauflage.

Und ein aktuelles E-Book betrachte ich als inhaltlich gleichwertig zu einem gedruckten Roman. Damit sollten entsprechende Fragen beantwortet werden ...

18 Juli 2017

Die geplante PERRY RHODAN-Box

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

In den Jahren nach der Jahrhundertwende wurde der Weltbild-Versand zu einem der größten Buchhändler im deutschsprachigen Raum. Von Augsburg aus erreichten die vierfarbigen Kataloge gut die Hälfte aller Haushalte. Man baute die Online-Versandmöglichkeiten auf, gründete eigene Läden und stieg stärker in das Geschäft mit Eigenproduktionen ein.

Nachdem die PERRY RHODAN-Redaktion ab Ende der 90er-Jahre gleich zwei Reihen mit Fantasy-Büchern – zuerst DRAGON, dann MYTHOR – bei Weltbild hatten platzieren können, folgte im Verlauf der Nullerjahre eine PERRY RHODAN-Buchreihe. In dieser wurden 26 Hardcover-Bände veröffentlicht, die jeweils zwei Planetenromane enthielten.

Danach herrschte lange Zeit eher »Funkstille«: Die jeweiligen Ansprechpartner bei Weltbild wechselten, beim Pabel-Moewig Verlag wurde das Buchgeschäft eingestellt. Erst am Ende der Nullerjahre schaffte ich es, wieder vernünftig wirkende Kontakte herzustellen.

»Wenn Weltbild so viele Menschen erreicht, muss PERRY RHODAN im Katalog enthalten sein«, argumentierte ich. Immerhin kamen unsere Partner von Eins A Medien ab und zu mit einer Silber Edition zum Zuge. Damit tauchte unsere Serie in Form von Hörbüchern im Katalog und im Online-Shop auf. Ich wollte aber auch gedruckte Romane anbieten.

Ich vereinbarte mit einer Dame, die bei Weltbild für den Wareneinkauf verantwortlich war, dass wir eine Sonderproduktion anfertigen würden. In einem schriftlichen Konzept formulierte ich meine Ideen für eine »PERRY RHODAN-Box«.

Ich wollte »zehn PERRY RHODAN-Taschenbücher mit einem Umfang von 128 Seiten« herstellen, die »zu einem sehr attraktiven Preis« an die Kunden verkauft werden sollten. »Die Box wird als Kundenproduktion vom Pabel-Moewig Verlag produziert und bei Weltbild angeliefert.« Ein solches Geschäftsmodell war üblich: Das Risiko war überschaubar, da Weltbild eine vorher festgelegte Menge kaufen würde.
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Meine »Zielgruppe« hatte ich klar im Sinn: »Angesprochen werden sollen durch die zehn Taschenbücher vor allem Menschen, die PERRY RHODAN vom Namen her kennen, vielleicht früher auch gelesen haben, zur aktuellen Heftromanserie aber nur wenig Bezug haben.« Ich überlegte mir eine Box, die ich mir als eine Art »Best of« der Serie vorstellte: spannende Romane, die mir selbst sehr gut gefallen hatten und die sicher auch andere Leute interessieren würden.

Selbstverständlich wollte ich bekannte Bestsellerautoren wie Andreas Eschbach und Gisbert Haefs dabei haben. Meine Vision ging allerdings darüber hinaus: Sollten wir es schaffen, eine Zehner-Box erfolgreich zu verkaufen, dachte ich an ein Folgekonzept. »Dann böte sich tatsächlich an, einen PERRY RHODAN-Zyklus in Form von Zehner-Boxen zu vermarkten, die aufeinander folgen.«

Ähnliche Boxen hatte der Pabel-Moewig-Verlag in den 90er-Jahren und danach immer wieder für Weltbild angefertigt. Vor allem waren Liebesromane, die der Verlag zuvor als Heftromane veröffentlicht hatte, neu in Form von Taschenbüchern angeboten worden. Warum sollte das mit PERRY RHODAN nicht auch funktionieren?

»Jeder Roman wird als separates Taschenbuch gestaltet«, schlug ich vor. »Das Cover und der Titel des ursprünglichen Romans werden übernommen, der jeweilige Rückentext wird neu verfasst und soll auch Serienfremden einen Einstieg ermöglichen.«

Für mich klang das schlüssig, aber ich wollte nicht nur einen Roman veröffentlichen. Ich wollte zudem einen Einstiegstext haben, »der auch dem PERRY RHODAN-Neuling – oder demjenigen, der seit vielen Jahren kein PERRY RHODAN mehr gelesen hat – die Hintergründe ganz kurz umreißt«. Dazu sollte eine Glossar-Seite als Nachschlagewerk dienen.

Bei der Bearbeitung blieb ich sehr vorsichtig. Selbstverständlich müsste man die Klassiker auf neue deutsche Rechtschreibung – in der gemäßigten Variante – umstellen. Inhaltlich bearbeiten wollte ich so gut wie nichts, höchstens Rechtschreibung- und Grammatikfehler entfernen.

Für mich klang das Konzept sehr schlüssig. Ich schlug Klassiker wie »Das Grauen« (1963, erschienen als Band 73) von William Voltz ebenso vor wie recht moderne Bände, etwa Robert Feldhoffs »Die Harmonie des Todes« (1987, erschienen als Band 1328). Verzichten wollte ich nicht auf Andreas Eschbach und seinen Band »Der Gesang der Stille« (1998, erschienen als Band 1935) oder Gisbert Haefs mit »Der eiserne Finger Gottes« (2005, erschienen als Band 2289).

Für alle Romane dachte ich mir einen sehr kurzen Text aus; hier ein Beispiel für Frank Böhmerts »Die Ratten von der JERSEY CITY« (2006, erschienen als Band 2341): »Nachdem ihr Raumschiff von der Terminalen Kolonne erobert worden ist, überleben nur zwei Terraner in den technischen Innereien des Raumschiffs. Zu zweit nehmen sie den Kampf gegen die Mörder auf – dabei sind sie sich selbst die größten Feinde ...«

Wir wollten ein Gesamtpaket liefern: Weltbild sollte fertig gedruckte Taschenbücher erhalten, in ersten Gesprächen legten wir eine Auflagenhöhe sowie die Preise fest. In einer ersten Kalkulation sah auch alles gut aus.

Am 18. Februar 2010 war das Konzept fertig; dann wurde es an Weltbild geschickt. Und während wir miteinander verhandelten, kam es innerhalb des Weltbild-Konzerns zu immer stärkeren Problemen; diese hatten schon 2009 angefangen, wirkten im gesamten Jahr 2010 fort und hielten auch in den Folgejahren an. Einige Kollegen, mit denen wir bisher zu tun gehabt hatten, verließen den Konzern, es änderte sich in kürzester Zeit unglaublich viel.

Und so wurde aus dem eigentlich schönen Konzept einer »Zehner-Box« leider nichts.

17 Juli 2017

Die Psi-Verheißung

Ich mag es, wenn ein Haluter auf dem Titelbild eines PERRY RHODAN-Romans zu sehen ist: Diese Wesen wirken einfach immer recht massiv und eindrucksvoll, da ist man sofort in der Science Fiction daheim. Das Titelbild von »Die Psi-Verheißung« stammt von Swen Papenbrock, es wirkt fast ein wenig zu ruhig.

Dabei gibt es im Roman genug spannende Dinge zu erleben. Zumindest für die Hauptfiguren des Werkes, das in dieser Woche in den Handel kommt und von Oliver Fröhlich verfasst worden ist, passiert ziemlich viel.

Ihre bisherige Existenz geht völlig in die Brüche, und sie müssen am Ende ein neues Leben beginnen. Der Satz »Ich fühlte mich wie benommen«, den der Ich-Erzähler des Romans äußert, passt gut dazu ...

16 Juli 2017

Reginald Bull und die fehlende Leserseite

Zu den Gesetzen, die es bei einer Heftromanproduktion gibt, zählt ganz eindeutig das der festgelegten Seitenzahl: Ein solcher Roman wird klar geplant, und er hat seine 64 oder 80 Seiten. Nicht mehr und nicht weniger, daran kann man nichts ändern. Als Redakteur sind mir die daraus folgenden Abläufe in Fleisch und Blut übergegangen.

Ist ein Roman zu kurz, kann man ihn verlängern – oder man sorgt mithilfe von Eigenanzeigen dafür, dass er »länger läuft«. Das merken die Leser normalerweise nicht. Ist ein Roman zu lang, kann man ihn kürzen. Das ist ein großer Aufwand, den üblicherweise der Autor selbst zu erledigen hat, häufig aber auch der Lektor übernimmt.

Ich erinnere mich sehr gut an Beispiele von Romanen, die ich kürzen musste. In solchen Fällen müssen häufig die »schönen Szenen« entfallen, weil diese eben die Handlung nicht vorantreiben, sondern dafür sorgen, dass »mehr Stimmung« herrscht. Deshalb kann man sie leicht streichen – der Leser bemerkt das nicht, aber ich fand das immer schade.

Bei Romanen wie Hubert Haensels »Reginald Bulls Rückkehr«, der schlichtweg viel zu lang war, hätte man auch einiges streichen können. Aber es hätte den Roman beschädigt, er wäre nicht so gut geworden.

Also entschlossen wir uns dazu, kurzerhand die Leserkontaktseite wegfallen zu lassen. Ich ging und gehe davon aus, dass die Leser lieber einen Romantext lesen wollen und ausnahmsweise auf Leserbriefe verzichten können. (Das wird demnächst wieder geschehen ...)

Damit sparen wir nicht die Leserseite ein; wir haben die wesentlichen Inhalte sowieso nur geschoben. Aber wir entschieden uns bewusst für ein »Mehr an Roman«, wofür ich um Verständnis bitte.

15 Juli 2017

Exposéarbeiten und Maildiskussionen

In dieser Woche habe ich es geschafft, keine Exposés der laufenden PERRY RHODAN-Serie zu verschicken. Dabei liegen zwei konkrete Exposés vor ...

Da sie aber für einen der zwei Exposéautoren sind, dieser also einen Doppelband übernehmen muss, ist es wohl nicht so schlimm, wenn sie erst mit Verspätung an die Kollegen rausgeschickt werden. Im Verlauf der Woche haben Christian Montillon und Wim Vandemaan, die zwei Exposéautoren, und ich vor allem verschiedene Mails zu unterschiedlichsten Detailfragen gewechselt.

So ging es nicht nur einmal um die Gäonen. Einige Details zu ihrer Kultur und zu ihrer Vergangenheit sind zu klären; dasselbe gilt für die Thoogondu.

Je länger wir an so einem Zyklus arbeiten, um so mehr Fragen treten auf – man kann nicht alles im voraus definieren. Romane entstehen immer in einem evolutionären Prozess, Fortsetzungsgeschichten wie PERRY RHODAN sowieso.

Wir machten uns Gedanken über Adam von Aures und tauschten Ideen zu technischen Entwicklungen aus, die in der Handlung eingesetzt werden können. Und natürlich war immer wieder ein Thema, welcher Autor denn welches Thema bearbeiten solle – schließlich müssen unterschiedlichste Termine berücksichtigt werden.

14 Juli 2017

Ein sehr cooler NEO-Perry ...

Er sieht ungewöhnlich aus, aber ich finde ihn auf seine Weise ziemlich cool: Unsere japanischen Partner von Hayakawa präsentieren auf ihrer Internet-Seite bereits den ersten Band ihrer Lizenzausgabe von PERRY RHODAN NEO. In Japan hat man die Figuren unserer Serie schon immer im eigenen Stil dargestellt – das behalten die Kollegen bei der neuen Serie so bei.

Leider haben wir in der Redaktion bislang keine »haptischen« Belegexemplare des ersten NEO-Romans erhalten; da müssen wir uns wohl noch eine Weile gedulden. Aber dieses neuerliche Signal über den Hayakawa-Shop stimmt mich positiv. Mal schauen, ob wir auch erfahren, wie die Serie in Fernost bei den Leserinnen und Lesern ankommen wird ...

13 Juli 2017

Das neue Atlantis vor vierzig Jahren

Es ist vierzig Jahre her: Mit »Das neue Atlantis«, einem Roman von William Voltz, startete die ATLAN-Serie im Sommer 1977 in ein Epos, das die Leserschaft nicht durchgehend begeisterte – um es vorsichtig zu formulieren. Dabei legte der Untertitel die Richtung fest: »Ein uralter Mythos wird Wirklichkeit« machte klar, dass es um Mythen ging, um Geheimnisse aller Art, nicht unbedingt um technisch einwandfreie Science Fiction.

200 Bände lang beschäftigten sich die Autoren – unter wechselnder Exposéführung – und die Leser mit der Reise des Arkoniden Atlan durch einen seltsamen Kosmos: zuerst über den Kontinent Atlantis, dann an Bord des Dimemsionsfahrstuhls durch Zeit und Raum. Mal pendelte die Handlung in eine Fantasy-Richtung, dann wieder spielten Superintelligenzen oder weltraumfahrende Völker eine wichtige Rolle.

Vielen Lesern gefiel diese Achterbahnfahrt durch phantastische Ideenlandschaften, andere hassten es. Da flogen eben auch mal Magier mit einem Raumschiff, da ritten Göttersöhne durch ein Land, das von einem technischen Schutzschirm überspannt war.

Vor vierzig Jahren begann das große Abenteuer mit dem »König von Atlantis«. Ich mochte es, wenngleich nicht jeder Roman brillant war. Es ist schön, sich daran zu erinnern und in den alten Romanen zu blättern ...

12 Juli 2017

Die Tschubai-Chroniken in einem Band

Ein Logbuch der Redaktion

In dieser Woche erscheint ein besonderer PERRY RHODAN-Band, der an ausgewählte Zeitschriftengeschäfte ausgeliefert wird. Es handelt sich dabei um »Die Tschubai-Chroniken«, den diesjährigen PERRY RHODAN-Sonderband. Um was geht es dabei denn eigentlich? Ich will dazu ein wenig weiter ausholen ...

tl_files/comic/images/news/news/PR_Sonderband1_Methankrieg.jpgLiteratur erzählt von möglichen Welten – vor allem die Science Fiction bietet enorme Ausblicke, Unbekanntes zu schildern. Wie können fremde Welten aussehen, wie werden sich die Bewohner dieser Welten verhalten, und was geschieht, wenn Menschen auf Aliens treffen?

Seit es die PERRY RHODAN-Serie gibt, werden solche Fragen gestellt und in den jeweiligen Romanen behandelt. Bekanntlich begann die Serie mit der Landung auf dem Mond – dort traf Perry Rhodan als amerikanischer Astronaut auf die menschenähnlichen Arkoniden und ihr riesenhaftes Raumschiff. Aus dieser Begegnung entwickelten sich Freundschaften und Konflikte über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg.

Davon erzählt die PERRY RHODAN-Serie, seit im September 1961 der erste Roman erschienen ist. Wenn die Menschen ins All vorstoßen, werden sie in Konflikte verwickelt, die – in der fernen Zukunft nicht unwahrscheinlich – mit mächtigen Raumschiffen ausgetragen werden. Was die »Enterprise« für »Star Trek« ist, dürften bei PERRY RHODAN mächtige Schiffe wie die MARCO POLO, die SOL oder neuerdings die RAS TSCHUBAI sein.

Im zweiten PERRY RHODAN-Sonderband spielt die eben genannte RAS TSCHUBAI eine wichtige Rolle. Das riesige Raumschiff ist von der Erde aus gestartet, seine Besatzung hat einen klaren Auftrag: Man möchte Perry Rhodan retten, der offenbar aus der Milchstraße in die ferne Galaxis Orpleyd entführt worden ist. Welche Gefahren allerdings in Orpleyd auf die Menschen von der Erde warten, hat zuvor niemand wissen können.

Die drei Romane in diesem Sonderband erzählen auf mehr als 200 Seiten, wie die RAS TSCHUBAI von einem bisher unbekannten Gegner angegriffen wird, wie sich die Menschen wehren und wie irgendwann Perry Rhodan ins Spiel kommt. Die Trilogie präsentiert dabei Höhen und Tiefen, Action und Kämpfe, Humor und Erinnerungen an die Vergangenheit. Sie zeigt, dass auch ein ganz »normaler« Mensch über sich hinauswachsen kann und wie er gewissermaßen zum Retter für viele andere wird – ohne eigentlich ein Held oder dergleichen zu sein.

tl_files/comic/images/news/news/PR_Sonderband_2.jpgBei den drei Romanen handelt sich um »Der Schwarze Sternensturm« von Michael Marcus Thurner, »Tagebuch des Widerstands« von Susan Schwartz und »Garde der Gerechten«, den Hubert Haensel und Susan Schwartz gemeinsam verfassten.

Die drei Bände wurden von Anfang an als Trilogie geplant, die Autorin und die Autoren wussten darüber Bescheid. Sie wurden erstmals im Dezember 2016 veröffentlicht, ganz klassisch als Heftromane. (Sie wurden auch als E-Books und Hörbücher publiziert, aber das spielt im Zusammenhang mit dem Sonderband keine Rolle.)

Weil wir das entsprechend früh planten, ließen wir auch gleich einige tausend Innenteile extra drucken – diese wurden für den Sonderband neu aufgebunden.

Wir »zielen« damit – und daraus machen wir kein großes Geheimnis – auf Leser, die am Kiosk in die Serie hineinschnuppern möchten.

Gerade im Sommer haben viele Menschen doch wieder Lust darauf, sich auf eine spannende Lektüre einzulassen. Sie kaufen sich häufig für den Aufenthalt am Strand oder am Baggersee spezielle Lektüre. Warum sollte das im Sommer 2017 keinen PERRY RHODAN-Trilogie sein?

Immerhin erhält jemand, der sich auf die Trilogie einlässt, für einen Sonderpreis von nur 3,80 Euro ein Science-Fiction-Abenteuer von mehr als 200 Seiten. Das ist mehr als ein »Schnäppchen«, finde ich, vor allem, weil es auch noch spannend ist.

Ähnliches machten wir ja bereits im Vorjahr: »Der Methankrieg« erschien im Juli 2016, und er enthielt die Original-Heftromane mit den Bandnummern 2844 bis 2846, die von Michael Marcus Thurner und Hubert Haensel verfasst worden waren. Damals verkaufte sich diese Trilogie ganz ordentlich, weshalb wir das Experiment in diesem Sommer wiederholen.

Und jetzt »Die Tschubai-Chroniken« ... Ich hoffe auf viele interessierte Leser!

11 Juli 2017

Gedanken des Chefredakteurs im März 1972

»Die Leserzuschriften der letzten Monate veranlassen mich, einzelne Punkte aufzuführen, die eventuell sehr wichtig sind für die weitere Entwicklung der Perry Rhodan-Serie.« Das schrieb Kurt Bernhardt, der Chefredakteur des Moewig-Verlages für die damaligen Heftromane, am 10. März 1972. »Gleichzeitig sind sie als Diskussionsthema für die nächste Perry Rhodan-Besprechung anzusehen.«

In seinem Schreiben regte der Chefredakteur die Autoren an, einen »regen Briefwechsel mit dem Verlag« anzustreben. Anregungen für den Zyklus ab Band 600 seien willkommen. Er sparte in seinem Rundschreiben aber auch nicht an ausführlicher Kritik an der Arbeit der Autoren.

Unter anderem kritisierte er »die Angewohnheit« der Autoren, »jedesmal eigene, nicht im Exposé geschilderte Personen stark aufzubauen und sie dem Leser gegenüber als bedeutungsvoll hinzustellen«. Zu den Folgen zählte er unter anderem das Gefühl der Leser, »sich getäuscht« zu fühlen ...

10 Juli 2017

Rätsel der Galaxien

Ein Logbuch der Redaktion

Ich weiß recht gut, was es bedeutet, Redakteur einer Science-Fiction-Serie zu sein, die zu allem Überfluss so regelmäßig wie ein Uhrwerk erscheint. Dass seit über zwanzig Jahren eine Serie von Fan-Romanen veröffentlicht wird, die Motive der PERRY RHODAN-Serie verarbeitet, finde ich vor diesem Hintergrund eindrucksvoll.

Die Rede ist von »Rätsel der Galaxien«. Von dieser Serie erschien im Dezember 2016 die Ausgabe 42. Grund genug, endlich einmal ein wenig zurückzublicken und »Rätsel der Galaxien« allen PERRY RHODAN-Lesern stärker ins Gedächtnis zu rufen.

Veröffentlicht wird die Serie vom »Science Fiction Club Black Hole Galaxie«, bei dem das »ie« am Ende einfach dazu gehört. Der Club, der für mich immer mit Hamburg und Umgebung verbunden ist, entstand in den 90er-Jahren, zu einer Zeit also, in der es zu einer Welle von neuen PERRY RHODAN- und Science-Fiction-Clubs kam.

tl_files/comic/images/news/logbuecher/Raetsel_der_Galaxien.jpgRecht schnell hatten Aktivisten aus diesem Club die Idee, eine Serie zu schreiben, die innerhalb des PERRY RHODAN-Kosmos spielen sollte. Der Startschuss fiel bereits Ende 1995. Geplant war, jedem Quartal ein Heft erscheinen zu lassen, geschrieben von unterschiedlichen Autoren, aber nach einem festen Exposé.

Die Handlung beruht auf der Grundlage des Hamamesch-Zyklus. Die ARIGA und ihre Besatzung folgen dem Verderben bringenden Imprint der Hamamesch und reisen nach Hirdobaan. Unterwegs kommt es aber zur Meuterei – und dadurch wird eine Kette von Abenteuern ausgelöst, die das Schiff und seine Besatzung in unterschiedlichste Galaxien führt. Sogar parallele Universen werden erreicht.

Unter anderem strandet man in Fornax, kommt dort in Kontakt mit dem Weisen und dem Narren von Fornax, wird aber auch irgendwann mit Posbis oder der Terminalen Kolonne TRAITOR konfrontiert. Kartanin spielen eine Rolle in der Serie, die Zeitpolizei hat einen Auftritt, die Besatzung wird mit Nocturnenschwärmen konfrontiert, man trifft andere Galaktiker und versucht stets, zurück in die heimatliche Milchstraße zu kommen. Soweit ein grober Abriss der Handlung.

Seit Band eins mit dem schönen Titel »Der lange Weg nach Hirdobaan« veröffentlicht wurde, sind über zwanzig Jahre vergangen. Eine Reihe von Mitarbeitern hat den Club verlassen; andere blieben treu dabei, es kam zu zahlreichen Wechseln im Team. Wegen der Wechsel kam es gelegentlich zu Pausen im Rhythmus; die Termine konnten nicht gehalten werden. Das regelmäßige Erscheinen klappte nicht mehr – verständlich, wenn alle Romane von Menschen in ihrer Freizeit geschrieben werden und auch das Layout sowie der Vertrieb in der Freizeit stattfinden müssen.

Das führte dazu, dass die Serie zeitweise von einem Autor allein verfasst wurde. Alexander Kaiser dachte sich nicht nur die Exposés aus, sondern schrieb auch zahlreiche Romane. Das hatte den Vorzug, dass die Inhalte der Serie besser aufeinander abgestimmt wurden; leider klappte es nicht mehr mit einem regelmäßigen Erscheinen. Die Pausen zwischen den einzelnen Romanen wurden größer und größer. Mittlerweile gibt es wieder ein kleines Team, das weitere Erscheinen der Serie ist offenbar gesichert. Inhaltlich hat man ebenso wieder Fuß gefasst wie terminlich; die Serie kann also zu neuen Ufern aufbrechen.

Ich schaue regelmäßig in »Rätsel der Galaxien« hinein. Nicht jeder Roman gefällt mir, manchmal sind mir zu viele Abschweifungen oder Albernheiten drin. Insgesamt aber ist das Bemühen der Autoren, eine klare Serie innerhalb des Perryversums zu schreiben, nach wie vor bewundernswert. Man kennt sich in der PERRY RHODAN-Serie aus, man arbeitet mit dem vorhandenen Hintergrund, schreckt aber nicht davor zurück, eigene Schauplätze und Figuren zu entwickeln.

Ich würde mir wünschen, wenn die Serie weiter gut laufen würde und wenn sich vor allem mehr Leser für sie interessieren würden. Dann gäbe es einen stärkeren Austausch zwischen den Autoren und Lesern, und das alles wäre für die »RdG«, wie die Serie abgekürzt wird, mehr als von Interesse. Ich hoffe auf eine positive Zukunft für die »Rätsel der Galaxien« und viele weitere Romane!

(Ach ja: Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, schreibe am besten Alexander Kaiser direkt an. Er ist der Exposéautor der Serie, von ihm stammen die meisten Romane. Bei ihm kann man sich über Bestellmöglichkeiten informieren, er kann auch ein Verzeichnis aller Romane und Autoren sowie eine Zusammenfassung der Handlung versenden. Seine Mail-Adresse: Tiff26@gmx.de)

09 Juli 2017

Mal wieder Reginald Bull

Den heutigen Sonntag verbringe ich in gewisser Weise mit Reginald Bull. Der Terraner ist innerhalb der PERRY RHODAN-Serie der älteste Freund des namensgebenden Helden; er startet mit Rhodan zum Mond und ist stets zur Stelle, wenn Not am Mann ist. In den aktuellen Romanen, mit denen ich zu tun habe, spielt er eine wichtige Rolle.

Mir gefällt Bull in diesen Romanen dann, wenn er sich auf seine Menschlichkeit bezieht. Dann ist er nicht der alte Raumadmiral und Vizeadministrator, dann fühlt er sich zuerst den Menschen verpflichtet, denen sein Herz gilt. Das ist eine ganz andere Art, eine Figur darzustellen, als in den 60er-Jahren – zu jener Zeit wurde Bull nicht nur einmal als ein wenig vertrottelt präsentiert.

Im Jahr 2017 ist er eine starke Figur. Ich freue mich darauf, wenn er bald auch für die Leser in die PERRY RHODAN-Serie zurückkommt. Mal schauen, wie die Reaktionen darauf ausfallen werden ...