25 September 2016

Kosmisches in Orpleyd

Schon immer, eigentlich seit den ersten zehn Romanen, wird die PERRY RHODAN-Serie von zwei grundlegenden Elementen beherrscht: einerseits von einer actiongeladenen Handlung, andererseits von einer phantastischen Handlung, die man gern auch als »kosmisch« umschreibt. Am heutigen Tag beschäftige ich mich mit zwei Exposés, die mir von Wim Vandemaan und Christian Montillon ins Haus geschickt wurden, die vor allem die kosmische Ebene der Serie enthalten.

Wer die Handlungsträger der Romane sind, kann ich noch nicht verraten; das würde zu viel »spoilern«. Sicher ist, dass es in Orpleyd eine Entwicklung gibt, die seit langem anhält und die von kosmischer Bedeutung ist. Das klassische Weltbild der PERRY RHODAN-Serie wird in diesen Romanen – oder noch: den betreffenden Exposés – wunderbar ergänzt und erweitert. Ich freue mich schon darauf, welche Romane die jeweiligen Autoren auf Basis dieser Vorlagen schreiben werden ...

23 September 2016

»Hüllen« gehört

Die Folge 32 der STELLARIS-Kurzgeschichtenreihe stammt von Dietmar Schmidt, sie erschien bereits vor über vier Jahren im gedruckten Heftroman – ich habe sie dieser Tage in der Hörbuchversion gehört, die von Renier Baaken eingesprochen wird. Seine Stimme ist sehr charakteristisch, sie fällt aus der Reihe anderer Hörbuchstimmen, aber das passt sehr gut zu dieser Geschichte, die aus der Perspektive eines Cheborparners erzählt wird, der als Detektiv an Bord des Raumschiffes STELLARIS ermittelt.

Die Geschichte ist vordergründig ein Krimi, sie enthält auch eine Reihe von Cyberpunk-Elementen. Darüber hinaus gibt es eine politisch-gesellschaftskritische Ebene, die mir bei der Lektüre gar nicht aufgefallen war: Es geht um kulturelle Unterschiede – so gibt es einen hochnäsigen Arkoniden und einen fremdartigen Milchstraßenbewohner – und um einen Konflikt, der eigentlich schon Jahrtausende zurückliegt. Dietmar Schmidt legt damit eine Geschichte vor, die einen »Subtext« liefert, über dem man auch noch ein wenig nachdenken kann ...

22 September 2016

MERLINS Todesspiel

Für mich ist PERRY RHODAN-Jupiter in mancherlei Hinsicht ein Experiment. Normalerweise werden Miniserien komplett neu geschrieben – diesmal machen wir eine Ausnahme: Aus einem dicken Paperback entstehen zwölf einzelne Heftromane. Dabei wird bekanntlich nicht eins zu eins übernommen, sondern sehr viel ergänzt, verändert und neu geschrieben.

Ein richtig gutes Beispiel dafür ist der siebte Band der Miniserie. »MERLINS Todesspiel« kommt am 30. September in den Handel; als Autoren werden Christian Montillon und Kai Hirdt genannt. Das heißt in diesem Fall, dass der Original-Text von Christian stammt, während Kai an sehr vielen Stellen ergänzt hat.

Ich bin überzeugt davon, dass ein Leser, der das nicht weiß, den Roman so wahrnimmt, als sei er aus einem Guss. Die Einschübe, die Kai beigesteuert hat, sind so fein dosiert, dass sie sich wunderbar in das Geschehen einfügen. Damit können die Leser die spannende Geschichte von Mondra Diamond lesen, aber ebenso die Erlebnisse von Chayton Rhodan verfolgen.

Seit gestern liegt der Roman auf meinem Schreibtisch. Die ungewöhnliche Illustration, die Arndt Drechsler für das Titelbild angefertigt hat, wird fast so, als sei sie aus einem Cyberpunk-Computerspiel. Aber tatsächlich: Sie entstammt einer Beschreibung aus dem Roman – der Künstler hat eine eigene Form für das vorgeschlagene Motiv gefunden.

21 September 2016

PERRY RHODAN-Lesung

Ich war im Verlauf der vergangenen Jahre und Jahrzehnte bei zahlreichen Veranstaltungen, in denen es um PERRY RHODAN ging. Trotzdem hatte ich in all der Zeit tatsächlich keine einzige Autorenlesung besucht – wie mir aber erst bewusst wurde, als ich am Dienstagabend, 21. September 2016, in einem Saal in Tutzing saß. Auf der Bühne trug der Autor Uwe Anton aus seinen Texten vor, und das fand ich echt interessant.

Uwe Anton las aus dem »allgemeinen« Kurzgeschichtenband, der vor einigen Jahren unter dem Titel »Venus ist tot« im Fabylon-Verlag erschienen ist. Bei der Geschichte ging es letztlich um einen Überwachungsstaat – berührend fand ich, dass die Geschichte aus dem Jahr 1980 stammt. Der Autor bewies in gewisser Weise einen visionären Blick.

Die anderen Texte bezogen sich auf PERRY RHODAN: eine Story aus dem Kurzgeschichtenband »Tempus Fugit«, zwei Seiten aus dem Roman »Der Hetork Tesser« sowie den Anfang aus dem Roman »Die neue Menschheit«, der als erste Folge der Miniserie PERRY RHODAN-Stardust erschienen ist.

20 September 2016

PERRY RHODAN in der Akademie

Die Akademie für politische Bildung in Tutzing genießt einen sehr guten Ruf; die Seminare und Veranstaltungen der Einrichtung gelten als hochwertig und seriös. Umso schöner finde ich es, dass PERRY RHODAN in diesen Tagen ein Seminarthema ist. »Science Fiction und Fantasy in der Literatur« – so lautet der Oberbegriff des Seminars, das vom 19. bis 21. September läuft.

Ab dem heutigen Dienstag, 20. September, sind Uwe Anton und ich zu Gast. Der Autor wird am Abend aus seinen Werken vorlesen und sich am Mittwchmorgen zur Diskussion stellen. Der Redakteur – also ich ... – wird ein wenig von der Geschichte der PERRY RHODAN-Serie erzählen und die unterschiedlichen Schwerpunkte der Serie erläutern.

Solche »Auftritte« sind für PERRY RHODAN nicht unwichtig. Wir kommen damit in ein Umfeld, das positiv wirkt und von dem wir ausgehen können, dass es dazu beiträgt, unser Image weiter zu verbessern. Deshalb empfinde ich es auch als Auszeichnung, dass Uwe Anton und ich an dieser Stelle unsere Serie präsentieren können.

19 September 2016

Subjektives zu Uwe Anton

Ein Logbuch der Redaktion

Wann genau ich über den Namen Uwe Anton zum ersten Mal stolperte, ist mir nicht mehr bekannt. Ich weiß aber noch sehr genau, wann ich den ersten Roman des Autors las: Es war »Zeit der Stasis«, 1979 im Heyne-Verlag erschienen. Das Taschenbuch hatte Uwe Anton zusammen mit dem Kollegen Thomas Ziegler geschrieben – ich las es zu Beginn des Jahres 1980 und war sehr beeindruckt davon.

Es war beileibe nicht die erste professionelle Veröffentlichung für den Autor. Uwe Anton war zu Beginn der 80er-Jahre ein junger Mann, der schon eine schillernde Karriere aufwies. Er zählte zu den Science-Fiction-Schaffenden im deutschen Sprachraum, die bestens vernetzt waren.

Damit hatte er bereits in den 70er-Jahren begonnen. Als Jugendlicher publizierte er im eigenen Kleinverlag seine Fanzeitschriften, gleich mehrere Reihen parallel, die er mit viel Ehrgeiz steuerte. Während der »normale« Fanzine-Herausgeber damit zufrieden war, die Texte von gleichaltrigen Jugendlichen zu veröffentlichen, strebte Uwe Anton zu Höherem: Er schrieb amerikanische Autoren an, übersetzte deren Geschichten und brachte in seinem Fanzine bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt professionelle Beiträge.

Kein Wunder, dass er recht schnell auch für andere Blätter schrieb. Er zählte in den 70er-Jahren zu den ersten festen Mitarbeitern der Zeitschrift »Comixene«, die als Fan-Magazin begann und zum ersten deutschsprachigen Comic-Fachmagazin wurde. Er veröffentlichte Beiträge im Science-Fiction-Magazin »Comet«, das in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre in den Handel kam, und er schrieb für die »Science-Fiction-Times«, die vor allem ab Ende der 70er-Jahre das wichtigste kritische Heft für die deutschsprachige Science-Fiction-Szene war.

Es war also nur folgerichtig, dass er in Kontakt zu anderen jungen Profis geriet. Zu einer Zeit, in der andere junge Männer in seinem Alter ihre Karrieren in »gewöhnlichen« Berufen planten, begann Uwe Anton damit, amerikanische Romane und Comics in die deutsche Sprache zu übersetzen. Zudem beschäftigte er sich intensiv mit dem Werk des Schriftstellers Philip K. Dick, über den er zahlreiche Artikel schrieb und der ihn über Jahrzehnte hinweg beeinflusste.

Mit »Zeit der Stasis« verfassten er und sein Ko-Autor Thomas Ziegler einen Roman, der zur damaligen Zeit viele Leser begeisterte. Die beiden postulierten einen Atomunfall in Deutschland – lange vor Tschernobyl und Fukushima – und die sich daraus ableitenden politischen Veränderungen. Eine Diktatur entsteht, es entwickelt sich eine Widerstandsbewegung ... Aus der Sicht eines »Helden«, der mit gefälschten Erinnerungen versehen wird und der durch die Folterhölle gehen muss, zeigten die beiden Autoren das Innenbild einer düsteren Diktatur.

Der Roman war eine Dystopie, der dennoch viele positive Elemente enthielt. Die beiden Autoren stellten eine demokratische Utopie und die Meinungsfreiheit gegen eine Diktatur, die mit den Mitteln der Gedankenkontrolle arbeitet. Mit »Zeit der Stasis« schufen die beiden einen Roman, der viele andere Autoren beeinflusste.

Danach war klar: Wer von Science Fiction in Deutschland sprach, kam am Namen Uwe Anton nicht vorüber. In den folgenden Jahren ging es zumindest mir so: Wenn ich eine Fachzeitschrift las, war es folgerichtig, dass Buchbesprechungen, Interviews oder Artikel von ihm enthalten waren. Schaute ich bei einem Science-Fiction-Roman, einem Comic oder einem Krimi ins Impressum, wer das Werk denn übersetzt hatte, war es oft so, dass ich seinen Namen fand. Darüber hinaus veröffentlichte er Kurzgeschichten und Romane; dass er sich teilweise hinter Pseudonymen wie L.D. Palmer versteckte, wusste ich damals allerdings nicht.

Wann wir uns genau kennenlernten, weiß ich nicht mehr genau. Es war sicher bei einem Con, vielleicht in Köln oder Mönchengladbach – irgendwann zu Beginn der 80er-Jahre. Wir trafen uns öfter, und als ich zum PERRY RHODAN-Redakteur ernannt wurde, drehten sich unsere Gespräche immer wieder um die größte Science-Fiction-Serie der Welt.

Es lag auf der Hand, dass wir irgendwann enger zusammenarbeiten würden. Im Jahr 1994 reichte Uwe Anton seine ersten Konzepte und Exposés ein, die als Grundlage für PERRY RHODAN-Taschenbücher dienten. Ich war sehr von ihnen angetan, wir telefonierten mehrfach – und im April 1995 erschien mit »Die eisige Zukunft« sein erster Roman, der im PERRY RHODAN-Universum spielte.

Der Rest ist – wie man so schön sagt – dann wohl Geschichte ...

18 September 2016

Der Ewige Welpe

Die Kurzgeschichte »Der Ewige Welpe« stammt von Michelle Stern, erschien als Nummer 31 in der Reihe der STELLARIS-Kurzgeschichten und existiert auch als Hörbuch, das von Andreas Laurenz Maier eingelesen wurde. Dieser Tage hörte ich es mir endlich an, amüsierte mich sehr darüber und hoffe, dass Michelle einmal wieder eine STELLARIS-Geschichte schreiben wird.

Dass die PERRY RHODAN-Autorin auch im privaten Leben durchaus ein Herz für Hunde hat, merkt man ihrer Geschichte nicht unbedingt an. Der kleine Hund, um den es geht, ist nicht so einfach und lieb, wie man am Anfang meinen könnte ...

»Der Ewige Welpe« ist mit feiner Ironie ausgestattet, ein wunderbarer Text! Wein und ein ehemaliger Raumsoldat spielen ebenso eine Rolle wie der genannte kleine Hund und ein politischer Konflikt. Weder wird das Universum erklärt, noch geht es um große kosmische Geheimnisse – aber das Perryversum wird von solchen Geschichten stets um neue Facetten bereichert. Das hat mir sehr gut gefallen!