30 August 2016

Die Hamiller-Tube auf französisch

Zu den vielen originellen Ideen, die von den PERRY RHODAN-Autoren zu Beginn der 80er-Jahre entwickelt wurden, zählt meiner Ansicht nach die Hamiller-Tube. Das »Bordgehirn« des Riesenraumschiffes BASIS mit seinen seltsam wirkenden Anwandlungen scheint auch unsere französischen Partner zu faszinieren.

Band 338 der französischen PERRY RHODAN-Taschenbuchserie ist unter dem Titel  »Le Tube de Hamiller« in den Handel gekommen. Enthalten sind Romane von Peter Griese, Marianne Sydow, Willam Voltz und H. G. Francis, und eine wichtige Figur in diesem Band ist Icho Tolot selbst.

Der Haluter selbst ist auch auf dem Titelbild der Ausgabe zu sehen – eine durchaus ungewöhnliche Darstellung, finde ich. Wahrscheinlich war ein Haluter aber besser darzustellen als die Innensicht der BASIS oder gar der Hamiller-Tube selbst ...

29 August 2016

Jupiters Herz

Ich gestehe: Ein Ausgangspunkt für die Konzeption der Miniserie PERRY RHODAN-Jupiter war vor einigen Jahren, dass »wir« so wenig über unser Sonnensystem wissen. Während Perry Rhodan und seine Gefährten schon in anderen Universen zu Besuch waren, erfuhren die Leser nicht sonderlich viel über den größten Planeten unseres Sonnensystems. Deshalb überlegten sich Wim Vandemaan und ich, was sich denn in der Atmosphäre des Jupiter befinden könnte – und auf dessen »anderer Seite«.

Das ist dann auch schon ein wenig das Thema von »Jupiters Herz«, dem fünften Band unserer Miniserie. Dieser kommt am 2. September in den Handel, mir liegt bereits das Exemplar aus der Druckerei vor. So viel sei verraten: Unter anderem kommt ein Fluktuationstransmitter vor ...

28 August 2016

NEO für die Rückfahrt

Die Sonntage sind zum Lesen von Manuskripten und Exposés da. Das ist auch an einem Wochenende nicht anders, an dem ich auf einem Seminar in Wolfenbüttel bin. Glücklicherweise gibt es die Bahn, mit der ich zurück fahre – ich sitze im Abteil, habe einen Packen Manuskripte in der Tasche und lese sie. Einen Schwerpunkt dabei bildet PERRY RHODAN NEO.

Die Eposéautoren haben mich mit Exposés versorgt – schauen wir mal, wie sie die Handlung der laufenden Staffel um die »Meister der Sonne« auflösen. Und ich habe ein Manuskript in der Tasche, das Susan Schwartz bereits vor meinem Urlaub geschickt hat. Es wird Zeit, dass ich mich darum kümmere, und ich habe bereits ein schlechtes Gewissen ... Aber dafür sind ja letztlich Bahnfahrten gemacht: Man sitzt und liest.

27 August 2016

Zwischendurch wird konferiert

An diesem Wochenende sind der PERRY RHODAN-Autor Uwe Anton und ich in Wolfenbüttel, wo wir an einem Seminar teilnehmen. Wir sind als Dozenten an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel; es geht um Kurzgeschichten in den Bereichen Science Fiction, Fantasy und Horror. Dabei sind wir durchaus gefordert ...

In den Pausen allerdings geht es oft um PERRY RHODAN. Nicht nur deshalb, weil einige Leserinnen und Leser unserer Serie an der Veranstaltung teilnehmen und ich in den Pausen häufig über die Serie diskutieren. Nein – Uwe und ich machen uns seit einiger Zeit Gedanken über ein Projekt, das im Jahr 2017 das Licht der Welt erblicken soll.

Schon in früheren Jahren war Wolfenbüttel ein Ort, an dem buchstäblich PERRY RHODAN-Geschichte geschrieben wurde. Hier stellte mir 1995 bereits Robert Feldhoff die Grundzüge des späteren THOREGON-Zyklus vor, hier sprachen sowohl er als auch später Uwe Anton mit mir über weitere Zyklus-Ideen. Schauen wir, was aus dem diesjährigen Seminar alles entstehen wird ...

26 August 2016

Mein erstes Jubel-Vorwort

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Im Vorfeld des PERRY RHODAN-Romans mit der Bandnummer 1800 war ich ziemlich nervös. Kein Wunder: Es war der erste Jubiläumsband, den ich als Redakteur zu verantworten hatte. Viele der Vorbereitungen zu diesem Roman, die wir im Herbst 1995 trafen, gingen in völlig neue Bereiche: Wir starteten mit einer Internet-Seite, was im gesamten Verlag auf Unverständnis stieß, wir wollten eine Pressekampagne eröffnen, und wir wollten inhaltlich völlig neue Wege einschlagen.

Wie sollte ich mich gegenüber den Lesern präsentieren, was sollte ich wie machen? Mir war auf jeden Fall klar, dass ich einige der Dinge wieder einführen wollte, die für mich früher PERRY RHODAN ausgemacht hatten: die engere Bindung der Leser an die »Macher«.

Dazu zählte für mich ein schönes Vorwort zum Jubiläumsband. Ich wollte die Leser auf die Geschichte neugierig machen, die sich die Exposéautoren Ernst Vlcek und Robert Feldhoffausgedacht hatten. Vor allem die vielen Ideen, die Robert Feldhoff zum Themenkomplex »Brücke in die Unendlichkeit« zusammengetragen hatte, faszinierten mich selbst.

Meinen Einstieg gestaltete ich ein wenig zurückhaltend: »Liebe Leserinnen und Leser, mit diesem Jubiläumsband beginnt eine neue Epoche in der PERRY RHODAN-Geschichte; ein neuer Zyklus, dessen kosmischer Hintergrund uns bis zum Band 1999 und darüber hinaus, also bis ins Jahr 2000, begleiten wird.«

Dann beging ich einen Bruch mit der Tradition. Ich siezte die Leser, oder ich versuchte zumindest, sie unterschiedlich anzusprechen. Mit der Tradition, dass sich die Macher und die Leser von PERRY RHODAN duzten, wollte ich nicht brechen – aber ich wusste, dass nicht jeder Leser es mochte, einfach so geduzt zu werden. Also formulierte ich:

»Was erwartet Sie, was erwartet euch in den nächsten fünfzig oder hundert Bänden? Eine Mischung aus spannenden und zugleich faszinierenden Weltraum-Abenteuern sowie einem übergreifenden Rahmen mit hoffentlich darüber hinausgehenden Gedanken – soviel sei schon versprochen.«

Und ich gab tatsächlich »einige Anreize für Spekulationen und vorauseilende Träume«, wenngleich ich nicht sehr viele konkrete Dinge aussagen wollte:

»Es beginnt im Jahr 1222 Neuer Galaktischer Zeitrechnung: Der Planet Trokan, der an Stelle des ›alten‹ Planeten Mars die Sonne umkreist, hüllt sich in ein undurchdringliches Feld, das von außen nur als ein graues Gemenge aus Schlieren zu erkennen ist. Merkwürdige, vielleicht sogar gefährliche Dinge scheinen sich auf dem vierten Planeten des Solsystems abzuspielen. Ist es eine Waffe? Haben die Menschen von der Erde sich mit dem neuen Planeten eine Zeitbombe in ihre direkte Nähe geholt?«

Damit hatte ich meiner Ansicht nach den Zusammenhang mit dem bisherigen Serienkosmos gut dargestellt; danach wollte ich den eigentlichen Ausblick auf die Handlung präsentieren: »Gleichzeitig entwickelt sich die galaktische Lage in eine Richtung, die keinem gefallen kann: Nationale Eifersüchteleien, uralte Streitpunkte und der Kampf um wirtschaftliche Vormachtstellung führen zu einem Rückfall in altes Blockdenken. Neue Begriffe bestimmen die Diskussion in der Milchstraße: das Kristallimperium und das Forum Raglund, das Projekt Camelot und die Organisation Taxit.«

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir durch die Exposés sehr genau, was das Projekt Camelot anging. Das Forum Raglund war zu der Zeit ein reiner »Platzhalter«, die weitere Entwicklung des Kristallimperiums hatten wir noch nicht im Blick, und die Organisation Taxit wurde nie sehr bedeutend.

Weiter ging ich auf den kosmischen Zusammenhang ein: »In der Folge werden die Menschen von der Erde mit ganz neuen Zusammenhängen konfrontiert, die aber – wie sich nicht sofort herausstellen wird – verknüpft sind mit Ereignissen aus der Vergangenheit: Die mysteriöse Brücke in die Unendlichkeit, auf die Perry Rhodan schon zweimal hingewiesen wurde, wird zum Bindeglied zwischen ganz verschiedenen Ereignissen. Der Terraner muss über diese Brücke gehen, ob er will oder nicht ...«

Weil mich als junger Leser in den späten 70er-Jahren stets die faszinierenden Namen angesprochen hatten, wollte ich das beim Jubiläumsband 1800 ebenfalls haben: »Er stößt auf das uralte Arsenal der Boalin-Nda, tritt in Kontakt zu den Welten der Galornen, trifft die Völker der Zentrifaal, Kroogh und Tasch-Ter-Man, und er erkennt erst nach langer Zeit einige Verbindungen. Diese werden ihm aber einen kalten Schauer über den Rücken jagen ...«

Mein Hinweis auf Alaska Saedelaere, dem wir eine eigene Handlungsebene geben wollten, war absichtlich vage; hier hing es noch von den Romanen ab, die Peter Grieseschreiben sollte: »Ein weiterer Unsterblicher, der über die Brücke in die Unendlichkeit geht, erreicht andere Planeten und andere Galaxien; er erfährt die Geschichte der Mörder von Bröhnder und des Mutanten von Cantrell. Und die wiederum ist aufs engste verbunden mit den jüngsten Ereignissen in der heimatlichen Milchstraße.«

Noch einmal ging es um »neue Aliens« für die Serie: »Die Herreach tauchen in unmittelbarer Nähe der Erde auf, und sie warten auf den geheimnisvollen Kummerog, ihren Gott, der für sie mehr ist als ein Gott, sondern ein mystischer Held aus grauer Vergangenheit. – Und weitere neue Völker erscheinen in der Milchstraße, sorgen für Unruhe: die Gazakar, die Neezer und die Alazar. Ausgerechnet die halb vergessene Welt Lafayette wird zu einem der ersten Brennpunkte des Geschehens ...«

Damit hatte ich sehr konkret dargestellt, was meiner Ansicht nach alles kommen würde. Mein Vorwort schloss recht vage und allgemein, dennoch mit einem Ausblick, den ich »kosmisch ansprechend« fand:

»Gegen Ende des 13. Jahrhunderts neuer Galaktischer Zeitrechnung treibt die Milchstraße Ereignissen entgegen, die den Horizont vieler Menschen übersteigen. Wieder einmal zeigt sich, dass die Erde auf mysteriöse Art und Weise ein wichtiger Punkt des bekannten Universums ist – wie seit Äonen. Und Perry Rhodan muss, will er seiner Menschheit helfen, notfalls einen Pakt mit dem Teufel selbst schließen ...«

So erschien der Text dann auch im Februar 1996 auf der Leserkontaktseite des PERRY RHODAN-Bandes mit der Nummer 1800.

25 August 2016

Ronald Tekener im Taschenbuch

Der PERRY RHODAN-Autor H. G. Francis entwickelte im Verlauf der Jahrzehnte, die er für die Serie schrieb, eine Vorliebe für einige Figuren. Dazu zählten der Haluter Icho Tolot, aber auch Ronald Tekener, der Galaktische Spieler, über dessen »Frühzeit« der Schriftsteller mehrere Romane verfasste. Zwei davon kommen dieser Tage als Planetenroman-Doppelband heraus, und ich erhielt heute schon das Belegexemplar vom Zaubermond-Verlag.

Die Romane spielen in der »guten alten Zeit« des Solaren Imperiums, Tekener wird als USO-Agent dargestellt. In diesen Romanen ist die PERRY RHODAN-Serie noch sehr »bodenständig«; es gibt keinerlei Superintelligenzen oder sonstigen kosmischen Mächte. Tekener muss gegen »ganz normale« Gegner antreten, und das macht er in den zwei Romanen »Das rote Leuchten« und »Der Waffenhändler« mit viel Energie.

24 August 2016

Einer gegen Terra

Die tragische Geschichte des Maahks, der aus der Zukunft kommt, faszinierte mich schon, als ich sie im Sommer zum ersten Mal las. Heute erhielt ich – direkt aus der Druckerei – die ersten Exemplare des Silberbandes mit der Bandnummer 135, der im September offiziell in den Handel kommen wird.

In »Einer gegen Terra« geht es um Grek-336 und sein tragisches Schicksal, wobei es selbstverständlich auch andere Themen gibt. Die Belagerung der Erde durch die Kosmokratin Vishna – oder korrekter: durch eine ihrer Inkarnationen – zählt zu den Höhepunkten in der »kosmischen Phase« der Serie. Zahlreiche phantastische Ideen wechseln sich ab, und der Maahk aus der Zukunft ist nur eine davon.

In der Reihe der PERRY RHODAN-Silberbände, die nach wie vor von Hubert Haensel inhaltlich und Sabine Kropp redaktionell betreut wird, nimmt das Buch keine herausragende Rolle ein. Aber es ist ein Beispiel dafür, wie abwechslungsreich das Autorenteam anfangs der 80er-Jahre seine Ideen platzierte. Mal schauen, wie die Reaktion der Leser darauf im Jahr 2016 sein wird.