22 November 2017

Das Geheimnis von Thoo

Zum ersten Mal, seit er für PERRY RHODAN schreibt, hat Wim Vandemaan einen Doppelband verfasst. Mit »Das Geheimnis von Thoo«, der diese Woche erscheint, hat er mir schon viel Freude bereitet. Es ist ein Science-Fiction-Roman, der Charakterzüge eines historischen Romans trägt. Das meine ich ernsthaft, aber natürlich wird das nicht jeder Leser so sehen.

»Wie viele Archäologen sind nicht schon durch die Ruinen einer Stadt spaziert, von der aus einst ein Reich, eine Welt regiert worden ist?« Solche Fragen stehen in diesem Roman, der eine Gruppe ungewöhnlicher Hauptfiguren durch eine ebenso ungewöhnliche Handlung führt.

Und mehr plaudere ich sicherheitshalber hier nicht aus ... (Ach ja: Das Titelbild stammt von Dirk Schulz, und ich finde es super. Das ist geschmäcklerisch, ich weiß.)

21 November 2017

Zehn Jahre Kindle

Manche Jubiläen rasen so schnell an einem vorüber, dass man sie kaum wahrnimmt. Aber weil dieses Jubiläum für PERRY RHODAN sehr wohl wichtig ist, möchte ich daran erinnern: Am 19. November 2007 brachte der Online-Versandhändler Amazon einen speziellen E-Book-Reader in den Handel.

Der Kindle veränderte das E-Book-Geschäft – anders kann man es nicht bezeichnen. Das war am Anfang nicht abzusehen, aber der Kindle ist nach wie vor ein wichtiges Lesegerät für Millionen von Menschen.

Was hat das mit PERRY RHODAN zu tun? Wir hatten bereits in den ganz frühen Nuller-Jahren mit E-Books experimentiert und danach mit Partnern wie Readersplanet, Beam-Books, Heubach Media, Textunes und einigen anderen wichtige Erfahrungen gesammelt. Aber wir schafften es nicht, aus einem eingeschränkten Leserkreis herauszukommen.

Der Kindle und das Amazon-System veränderten den E-Book-Markt. Auf einmal konnten sich alle Interessierten ein preiswertes Lesegerät kaufen und auf diese Weise ganz einfach neue E-Books bestellen. Und damit war beispielsweise PERRY RHODAN als »digitales Produkt« auf einmal überall und leicht zu erhalten.

Der Erfolg unserer E-Books hängt sehr stark mit dem Erfolg des Kindle zusammen. Das finde ich nach wie vor gut – auch wenn viele Leser sicher ihre kritische Haltung zu Amazon behalten haben …

20 November 2017

Die Phantome von Epsal

Darüber habe ich mich heute sehr gefreut: Ich kam nach dem Wochenende in mein Büro und fand die aktuelle Ausgabe von PERRY RHODAN-Extra auf meinem Tisch. Die sechzehnte Ausgabe dieser Reihe ist ein abgeschlossener Roman von Michael Marcus Thurner und trägt den schönen Titel »Die Phantome von Epsal« – ein Roman über eine Welt, die im Perryversum schon so lange bekannt ist, über die man aber so gut wie nichts weiß.

Der Autor hat viel Arbeit in seinen Roman gesteckt, wir wechselten irrsinnig viele Mails, während er daran arbeitete. Viele Elemente in diesem Roman sind komplett neu und bereichern das Universum unserer Serie; gleichzeitig aber baut der Autor die Elemente in sein Werk ein, die schon immer zur Serie gehören.

Hauptperson des Romans ist Perry Rhodan; der Terraner ist auch auf dem Titelbild des Romans abgebildet. Daneben spielt ein junger Kadett eine wichtige Rolle – und dessen Name wird dem einen oder anderen Stammleser gut bekannt sein. Diese Woche wird der Roman offiziell ausgeliefert; ich bin gebührend nervös ...

19 November 2017

Vor zehn Jahren italienisch

Im November 2007 hatte die PERRY RHODAN-Redaktion einen Grund zum Feiern: Der Verlag Gruppo Editoriale Armenia Spa in Milano hatte das erste Honorar für die italienische Lizenzausgabe überweisen. Die »Lemuria«-Taschenbücher sollten auch in Italien erscheinen, vermittelt hatte das Geschäft eine in Deutschland und Frankreich ansässige Literatur-Agentur.

Wir setzten große Hoffnungen in diese Vereinbarung, der Verlag und die Agentur hatten sich in den Vorgesprächen als glaubwürdig und engagiert erwiesen. Tatsächlich veröffentlichte der Verlag nur die ersten zwei Bände des Sechsteilers, danach brach der Kontakt buchstäblich zusammen. Aber im November 2007 war die Stimmung innerhalb der Redaktion deshalb richtig gut ...

18 November 2017

NEO-Konzepte in Wolfenbüttel

Was macht man als Redakteur auf einer Dienstreise? Man nutzt jede freie Minute, um Texte zu lesen – im aktuellen Beispiel geht es um PERRY RHODAN NEO. Im »Marschgepäck« für meine Reise nach Wolfenbüttel hatte ich ein Manuskript für einen aktuellen NEO-Roman sowie zwei Exposés; die werde ich vor allem während der Heimfahrt mit der Bahn lesen.

Viel wichtiger als das ist allerdings das Handlungskonzept für die nächste Staffel unserer Science-Fiction-Serie. Die Exposéautoren haben sich unlängst in Leverkusen getroffen und viele neue Ideen ausgebrütet.

Einen Teil der Ergebnisse werde ich an diesem Wochenende lesen, um sie idealerweise mit einem Kommentar zu versehen und diesen als Feedback an die Exposéautoren zu schicken. Mal schauen, was ihnen nach »Die zweite Insel« und »Mirona« alles eingefallen ist ...

17 November 2017

Ein Redakteur und eine Akademie

Wieder einmal bin ich als Dozent an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Ich arbeite mit Kathrin Lange zusammen, die vor vielen Jahren unter ihrem Pseudonym Cathrin Hartmann einen ATLAN-Heftroman sowie ein PERRY RHODAN-Taschenbuch geschrieben hat; wir sind bei diesen Seminaren mittlerweile ein eingespieltes Team.

Was hat das eigentlich mit PERRY RHODAN zu tun? Es gibt eine indirekte Verbindung: Erstens mal schadet es dem Redakteur nicht, wenn er mal aus seinem Büro rauskommt und sich die Werke von Autorinnen und Autoren anschaut, die er bislang nicht kennt. Zweitens schadet es der PERRY RHODAN-Serie nicht, wenn sie in Zusammenhang mit so einer Literaturwerkstatt genannt wird. Und drittens macht es auch Spaß, sich ein Wochenende lang über Literatur auszutauschen.

Die größte Science-Fiction-Serie der Welt spielt dabei eher ein Randthema – aber immer wieder erzähle ich, wie die Arbeit in einer Redaktion abläuft. Wie funktioniert das eigentlich mit den Exposés, wie finden wir neue Autoren, wie arbeiten wir mit Hörbuchproduzenten zusammen? Es kommen kritische Rückfragen, und all das ist spannend und informativ zugleich.

Übrigens sind aus diesen Werkstätten in Wolfenbüttel schon wertvolle Kooperationen entstanden. Wenn ich mich düster erinnere, hat ein gewisser Michael Marcus Thurner mit seiner Geschichte über einen »Schneck« – männlich ... – mich damals so verblüfft, dass wir später über eine ernsthafte Zusammenarbeit sprachen ...

16 November 2017

Mirona Thetin in einer anderen Version ...

Ein Logbuch der Redaktion

Befragt man PERRY RHODAN-Leser nach den Handlungsabschnitten der Serie, die sie am stärksten geprägt haben, kommt meist ein Zyklus auf den ersten oder maximal den zweiten Platz: Die Geschichte um die Meister der Insel, der »MdI«-Zyklus, wie man die Bände 200 bis 299 üblicherweise nennt, fasziniert nach wie vor.

Ob es daran liegt, dass zum ersten Mal die Serienhandlung in eine andere Galaxis wechselte? Oder daran, dass erstmals ein Zyklus richtig durchgeplant wurde, was eine besondere Spannung erzeugte? Oder waren die Romane, die Mitte der sechziger Jahre veröffentlicht wurden, einfach besonders spannend?

Womöglich trifft alles zugleich zu. Der »MdI«-Zyklus faszinierte die Leser in allen Jahrzehnten der Seriengeschichte. Auch die Autoren wurden von ihm beeinflusst, was sich heute immer wieder zeigt.

Es überrascht also nicht, dass wir bei der Planung unserer Serie PERRY RHODAN NEO ebenfalls diese Epoche der Serie in Augenschein nahmen. Bekanntlich ist NEO – um die Kurzform zu wählen – ein paralleles Universum zum klassischen Perryversum. Wir nehmen in dieser Serie die Klassiker, interpretieren sie mit den Mitteln sowie den Autoren von heute neu und schreiben auf dieser Basis teilweise ganz andere Geschichten.

Gewisse Eckpunkte bleiben. Dazu zählen die genannten Meister der Insel, und dazu zählt die Frau, die schon in der klassischen Serie der 60er-Jahre als »Bösewicht« im Hintergrund wirkte: Mirona Thetin regiert als Faktor I über die gesamte Galaxis Andromeda und hat über Jahrzehntausende ihr Regime verfestigt.

Das tut sie in der klassischen Serie – und das kann in der NEO-Version nicht anders sein. Aber Änderungen gibt es dennoch ...

Als Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm bei ihrer Arbeit an den aktuellen NEO-Exposés daran gingen, die Staffel von Band 161 bis 170 zu planen, war früh klar, dass Mirona Thetin an den Anfang gestellt werden sollte. Vor allem, wenn wir diese zehn Romane als »Mirona«-Staffel in den Handel bringen sollten ...

Deshalb war es auch folgerichtig, dass der erste Roman der Staffel den Titel »Faktor I« tragen und die Geschichte Mirona Thetins erzählen sollte. Die entsprechenden Weichen legten die zwei Exposéautoren in mehreren Datenblättern und Ideenpapieren fest.

Erstmals wurde ein Roman der Serie von zwei Autorinnen verfasst: Michelle Stern und Madeleine Puljic teilten sich die Aufgabe und verfassten eine Geschichte, die buchstäblich Jahrtausende umfasst.

Sie erzählen von einer Frau, die einen schrecklichen Krieg überlebt, die in einer anderen Galaxis eine neue Zukunft für sich suchen muss und die eigentlich ein tragisches Dasein führt ... Und sie erzählen von einer Frau, die eine ganze Sterneninsel unter ihre Gewalt bringt, wobei sie geradezu über Leichen geht.

Die Biografie von Mirona Thetin spielt nicht in der klassischen Serie, sondern im Universum von PERRY RHODAN NEO, alle Abweichungen sind mit Absicht so gewählt worden. Doch sollten vor allem jene Leser, die den klassischen Zyklus aus den 60er-Jahren so mögen, unbedingt in diese neue Version hineinschauen.

Als ich das Manuskript las, war ich von der Tragik der Handlung immer wieder beeindruckt. Man gewinnt einen Eindruck vom Charakter dieser wichtigen Figur, die mehr ist als »nur ein Bösewicht«. Mirona Thetin wird plastisch – das haben die beiden Autorinnen richtig gut hinbekommen. Für den Start in eine neue Staffel fand ich das richtig klasse.