20 Februar 2017

Die schwarze Flamme auf französisch

Meist finde ich die Titelbildgestaltung, die unsere französischen Partner bei PERRY RHODAN einsetzen, sehr originell und auch treffend. Beim aktuellen Band mit der Nummer 343 habe ich meine Probleme: »La flamme noire« spielt eindeutig auf Gesil an, die geheimnisvolle Frau, von der anfangs niemand unserer Helden so recht weiß, wie er sie einzuordnen hat.

Das Titelbild zeigt auch eine leicht bekleidete Dame – die aber passt nicht so recht zu meinem Bild von Gesil. Womöglich ist es Scoutie oder sonst eine Frau aus dem Volk der Betschiden. Um das genau herauszufinden, müsste ich den Band lesen ...

Unsere französischen Leser erfahren in diesem Buch auf jeden Fall mehr über die SOL und über Atlan, über Krandhor und die Entwicklung der Buhrlos. Bei solchen Themen ist es dann letztlich wohl egal, ob das Cover hundertprozentig passt oder nicht.

19 Februar 2017

Von Terminus zu Sagittarius

Der heutige Tag gilt weniger der Hauptserie – also dem eigentlichen PERRY RHODAN –, sondern den Nebenserien. Die sind nicht weniger wichtig, und um die sollte sich der Redakteur auch entsprechend kümmern. Deshalb muss eben der Sonntag dafür herhalten.

In diesem Fall ging es zuerst um PERRY RHODAN-Terminus. Hierzu liegen bereits Berge von Datenblättern vor, ebenso Exposés und erste Romane. Das ist alles sehr viel und sehr faszinierend, die darin geschilderte Welt ist zudem voller Elemente, die nicht so bekannt sind – also muss ich sehr genau lesen. Aber das macht Spaß.

Und dann wechsle ich – geleitet durch Rüdiger Schäfer und ein entsprechendes Manuskript – in die Galaxis Sagittarius. Dabei handelt es sich um eine Kleingalaxis, die »unsere« Milchstraße gewissermaßen begleitet. Wer dort lebt, das wird nicht nur Perry Rhodan verblüffen, sondern auch die Leser – vor allem diejenigen, die sich im klassischen Perryversum gut auskennen.

Mehr will ich an dieser Stelle nicht ausplaudern. Gute Schauplätze sind letztlich nicht alles für eine SF-Serie, sondern entscheidend sind gute Romane. Aber wem erzähle ich das ...

18 Februar 2017

Das PERRY RHODAN-Jahrbuch für 2015

Wer zu spät kommt, wird mit weiteren Verspätungen bestraft. So ging es zumindest mit dem aktuellen PERRY RHODAN-Jahrbuch und mir. Das Jahrbuch fürs Jahr 2015 erschien erst im Dezember 2016 – weil Andreas Schweitzer und Frank Zeiger auch anders zu tun hatten im abgelaufenen Jahr –, und ich schaffte es erst im Februar, es zu lesen.

Wobei es ja gelogen wäre, wollte ich behaupten, ich hätte alles gelesen. Die umfangreichen Zusammenfassungen der einzelnen Romane, die 2015 erschienen sind, finde ich immer sehr verdienstvoll und hilfreich – aber ich lese die nur dann nach, wenn ich sie brauche. Das kann nach aktuellem Stand der Dinge erst in zehn oder zwölf Jahren der Fall sein ...

Spannender finde ich die vielen anderen Themen, die ein solches Jahrbuch füllen. Klar, es gibt haufenweise Tabellen und Übersichten, das gehört dazu. Aber es werden ebenso kritische Blicke auf die Planetenromane oder Hörspiele geliefert, die wir 2015 veröffentlicht haben. Und kritisch heißt in diesem Fall: fundiert und trotzdem mit dem Finger auf eventuellen Wunden.

Darüber hinaus findet die Fan-Szene ihren Platz, gibt es Hinweise zu Fanzines und Cons. Als jemand, der ursprünglich aus der Fan-Szene kommt, finde ich das stets lesenswert. Hin wie her: gutes Jahrbuch! Mit über 540 Seiten ist es zudem ein echter Kracher.

(Checkt die Website des herausgebenden SFC Universum; da steht dann mehr über die Publikation und die Bestellmöglichkeiten.)

17 Februar 2017

Aphilie und 1984

Derzeit höre ich im Auto das Hörbuch von »Aphilie«. Der Roman erschien in der Mitte der 70er-Jahre, ich las ihn erstmals um 1978 herum, und er packte mich völlig. Aber auch heue finde ich ihn noch richtig gut.

Warum? Weil »Aphilie« so viel über seine Zeit aussagt. Der Roman entwirft ein großes Science-Fiction-Bild einer künftigen Menschheit, das überhaupt nicht nett und positiv ist. Die Menschheit ohne Liebe ist nichts, das begeistern kann, sondern eher abschreckend. Aber diese Dystopie, so klar sie geschildert war, faszinierte in den 70er-Jahren, und sie kann heute wieder faszinieren.

Es ist bezeichnend, dass in einer Zeit, in der die politischen Ereignisse so beängstigend wirken, ausgerechnet ein Klassiker wie »1984« wieder gelesen wird. Das Meisterwerk der Dystopie steht auf der aktuellen Bestsellerliste.

Vielleicht ist es an der Zeit, die »Aphilie« wieder zur Hand zu nehmen und komplett zu lesen. Die Vorstellung einer Menschheit ohne Liebe ist schließlich nicht so entsetzlich weit weg von unserem heutigen Dasein ...

16 Februar 2017

Lotse im Sandmeer

Ich erinnere mich noch an die ersten Gespräche, die ich mit Hans Kneifel über einen »möglichen neuen Atlan-Roman« führte, bei dem die Zeit der Pharaonen eine Rolle spielen sollte. »Wie wäre es denn, neue Atlan-Zeitabenteuer zu schreiben?«, schlug ich vor, und er fand die Überlegung gut.

Eines der Ergebnisse war der Roman »Lotse im Sandmeer«, den Hans ursprünglich als Einzelband schrieb, den er später aber in die sogenannte Kreta-Trilogie einbaute. Die wiederum erschien in Form von drei Taschenbüchern ab Sommer 2009 bei unserem Partner Fantasy Productions; es war der Start zu unserer kleinen Serie, die unter dem Titel »ATLAN-X« anlief.

Jetzt ist der Roman im Rahmen der Club-Ausgabe bei unseren Partnern von Edel Germany erschienen. Das Titelbild von Arndt Drechsler sieht immer noch gut aus; der wüstenartige Charakter des Hintergrundes kommt vor dem grünen Umschlag allerdings nicht ganz optimal zur Geltung.

Aber dass jetzt auch die »ATLAN-X«-Romane den Abonnenten zur Verfügung gestellt werden, finde ich super. Und so eine gebundene Ausgabe passt zu Atlan ...

15 Februar 2017

Endspurt in der Sternengruft

Ein Logbuch der Redaktion

In diesen Tagen arbeiten die Autoren an den letzten Texten für den noch laufenden »Sternengruft«-Zyklus, während das Lektorat die Romane für die Herstellung fertigstellt. Um ein wenig auf den Abschluss des kurzen Zyklus aufmerksam zu machen, plaudere ich hier über die anstehenden Romane.

Was geschieht, lässt sich sehr knapp zusammenfassen: Das Schicksal einer Galaxis erfüllt sich – und ebenso das Schicksal für Milliarden und Abermilliarden Lebewesen ...

Wir können von einem »Endspurt« sprechen, den die Autoren und die Autorin mit ihren Romanen hinlegen. Den Anfang dabei macht Michael Marcus Thurner. Sein Roman trägt den Titel »Maschinenträume« und die Bandnummer 2896; er erscheint am 17. Februar 2017. In seinem Werk geht es um Botschaften, die an die Intelligenzwesen einer ganzen Galaxis gehen.

Buchstäblich Billionen von Lebewesen erhalten die Botschaft – und jedes Wesen handelt anders. Streckenweise ist der Roman des Wiener Autoren ein Puzzle aus zahlreichen Eindrücken, die verschiedene Sichtweisen vermitteln. Dass die Gesamthandlung um Perry Rhodan und die Besatzung der RAS TSCHUBAI weitergeführt wird, versteht sich von selbst.

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/2896tibi.jpgZu einem ausgesprochen heiklen Thema leitet der nächste Roman über. In »Konferenz der Todfeinde« (Band 2897, der am 24. Februar 2017 in den Handel kommt) schildert Michelle Stern, was passiert, wenn Wesen aufeinander treffen, die sich hassen oder zumindest massiv ablehnen. Ist es möglich, einen Konflikt zu entschärfen, der seit Jahrtausenden – oder Jahrmillionen – herrscht? Und welche Rolle sollen die Terraner um Perry Rhodan dabei spielen?

Vor allem: Was bedeutet es eigentlich, wenn in einer Galaxis eine Materiesenke entsteht? Handelt es sich um eine »natürliche« Entwicklung? Haben die Billionen von Intelligenzen überhaupt ein Wort mitzureden, oder müssen sie sich dem Schicksal unterordnen, das die Hohen Mächte für sie vorgesehen haben?
Mir hat sehr gut gefallen, wie die Autorin die moralischen Konflikte schildert, mit denen sich Perry Rhodan und seine Gefährten auseinandersetzen müssen. Was kann man angesichts einer Gefahr eigentlich tun, wenn diese droht, alles unter sich zu begraben und zu vernichten? Ich bin sicher, dass das nicht allen Lesern gefallen wird, mag aber, wenn Autoren sich auch in moralische Grenzregionen begeben.

Ein Doppelband von Uwe Anton schließt den Zyklus ab. Mit »Das unantastbare Territorium« und der Bandnummer 2898 präsentiert er erneut einen moralischen Konflikt – und am Ende gibt es ein Opfer, mit dem sicher niemand gerechnet hat. Ich fand diese Szenen sehr emotional, gleichzeitig sehr glaubhaft und konsequent.

Seine Aufgabe war übrigens nicht einfach: Uwe Anton musste Szenen schildern, die buchstäblich eine ganze Galaxis umfassen, und er musste sie mit menschlichen Schicksalen und Perry Rhodans Sicht der Dinge verknüpfen.

Der abschließende Titel verbindet den Anfang des Zyklus mit seinem Ende: Band 2899 erscheint als »Die Sternengruft«, und das ist hundertprozentig zutreffend. Auf die Gefahr hin, dass ich zu viel verrate: Zwar geht es um einen Opfergang, zwar wird das Ende einer Sterneninsel eingeläutet – aber es gibt auch positive Szenen und vor allem einen Ausblick, der auf die Romane nach Band 2900 neugierig machen sollte.

Der »Sternengruft«-Zyklus endet so mit Romanen, in denen sich spannende Action und ein kosmischer Bogen verbinden. Die Leser und Hörer können sich auf einige starke Eindrücke gefasst machen!

14 Februar 2017

Kampf um Terra

Offiziell erscheint der Silberband im März 2017, aber die Druckerei lieferte heute die ersten Belegexemplare in die Redaktion: »Kampf um Terra« ist Band 137 der umfangreichsten Buchserie der Welt; zusammengestellt hat den Band unser Autor Hubert Haensel, redaktionell betreut wurde er von Sabine Kropp.

Was in dem Buch geboten wird, sind Inhalte aus der »späten Voltz-Ära«, die ich zu Beginn der 80er-Jahre als junger PERRY RHODAN-Fan mit großer Begeisterung gelesen habe. Die Belagerung der Erde durch Vishna, die mysteriöse Kosmokratin, die Abwehrkämpfe der Menschen, die unheimlichen Bedrohungen – das war alles so phantasievoll, dass ich immer wieder aufs Neue fasziniert war.

Heute würde man über solche Szenarien wohl sagen, das sei »großes Kino«. Zumindest der Graue Korridor und manch »abgefahrene« Idee zählen bis heute zu den den Elementen der PERRY RHODAN-Serie, die als originell und spannend zugleich gelten. Wie das auf die heutigen Leser wirkt, weiß ich leider nicht; vielleicht gibt's dazu mal Aussagen ...